Mössingen hilft! – Nummer 17

Besonders erfreulich ist die stetig wachsende Zahl von Kooperationen für den FK Asyl und damit für die in Mössingen lebenden Flüchtlinge. Das jüngste Beispiel bietet das „Internationale Frauenfrühstück“ im Jugendhaus „M“.

Es hat dieses Angebot schon seit längerer Zeit gegeben, neu ist aber das direkte Angebot an die Flüchtlingsfrauen.

Mit demTeam des Jugendhauses „M“ haben die Aktiven der Fahrradwerkstatt schon seit einiger Zeit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Daraufhin kam kurz vor Weihnachten das Angebot nach einem ersten „Internationalen Frauenfrühstück“ von Iris Ortinau und Daniel Stumfol an den FK Asyl.

Die Resonanz auf das erste Frauenfrühstück war enorm, die Atmosphäre hervorragend, das Essen und die Getränke vorzüglich und sehr geschmackvoll angerichtet. Die Gastgeber vom Jugendhaus „M“ hatten eine regelrechte „Wohlfühloase“ geschaffen.

Die erste Begegnung untereinander entwickelte sich äußerst herzlich. Nun wird dieses Angebot am Freitag zum zweiten Mal stattfinden. Die weiteren Termine liegen auch schon fest. Dabei funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den ehrenamtlichen Aktiven des FK Asyl und dem Team vom Jugendhaus „M“ reibungslos. Wir freuen uns über dieses gelungene Angebot für und im Interesse der Flüchtlingsfrauen und danken allen Beteiligten dafür.

Weitere Termine jeweils Freitag: 5.2./19.2./4.3./18.3.

(Michael Mautner)

Mössingen hilft! – Nummer 15

In das vor uns liegende neue Jahr blicken wir mit Zuversicht und werden uns auch weiterhin für die Belange der Flüchtlinge einsetzen, damit ein gutes Zusammenleben in unserer Stadt gelingt. Dafür gibt es gute Gründe. Einige können hier genannt werden. Es konnten viele Intitiativen und Projekte auf den Weg gebracht werden. Der Landkreis und die Stadt Mössingen haben sich für die Flüchtlinge stark engagiert. Damit sind auf dem Weg zu einer Integration wichtige Rahmenbedingungen geschaffen worden.

Es gibt auch schon etliche Beispiele für gelingende Integration in Mössingen. Am leichtesten gelingt dies bei den Vorschulkindern und den Schulkindern aus Flüchtlingsfamilien. Der Besuch von Kindergarten und Schule bietet einen sicheren Rahmen im Gegensatz zu der oft als chaotisch erlebten neuen Situation der Familien in Deutschland bzw. in Mössingen.

Für die Eltern stehen das Erlernen der deutschen Sprache und die Orientierung im völlig anderen Alltag im Vordergrund. Einigen der hier schon seit 1 ½ Jahren oder länger bei uns lebenden Flüchtlingen ist nach dem Bezug einer eigenen Wohnung der Einstieg in den Beruf gelungen oder es wurde eine Berufsausbildung begonnen.

Unter den Flüchtlingen befinden sich seit kurzer Zeit auch Studentinnen und Studenten, die sich in besonderen Sprachkursen auf die Fortsetzung ihres Studiums bzw. die Aufnahme eines Studiums vorbereiten. Besondere Maßnahmen zur Eingliederung der bei uns lebenden Menschen mit Hochschulabschluss und Berufstätigkeit als Arzt, Apotheker oder Ingenieur bieten das Jobcenter bzw. die BfA an. Dabei bildet die Anerkennung von im Heimatland erworbenen Abschlüssen eine gewisse Hürde, weil dieses Problem noch nicht zufrieden stellend gelöst wurde.

Insgesamt aber kann und wird auch die Eingliederung in den Arbeitsmarkt in zunehmenden Maße gelingen, weil bei vielen erwachsenen Flüchtlingen auch der starke Wunsch danach besteht.

Der FK Asyl bittet weiterhin um aktive Unterstützung durch ehrenamtliches Engagement. Besonders junge Menschen sind uns dabei sehr willkommen, da die zu uns kommenden Flüchtlinge meist auch sehr jung sind. Auch ein geringer Zeitaufwand, z.B. um bei der Freizeitgestaltung mitzuwirken (Wandern, Laufen, Radfahren, Tanzen,etc.), ist schon eine große Hilfe.

(Michael Mautner)

Mössingen hilft! – Nummer 14

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende entgegen. Für alle Mössingerinnen und Mössinger, und auch für die aktiven Freiwilligen vom „Freundeskreis Asyl“ war es ein Jahr mit großen und tief reichenden Veränderungen.

Die rasant ansteigende Zahl von Flüchtlingen ist spätestens seit dem Sommer das Thema in unserer Gesellschaft. Seit der klaren, humanitären Entscheidung von Bundeskanzlerin Merkel, eine absehbare, menschliche Katastrophe in der EU abzuwenden und den vielen Flüchtlingen die Einreise in unser Land zu ermöglichen, bemühen sich staatliche Behörden und Tausende von Freiwilligen, den Flüchtlingen die notwendige Hilfe zu bieten. Bislang ist das im Großen und Ganzen dank der Hilfsbereitschaft und dem Verständnis für die existenziellen Nöte der Flüchtenden in unserer Bevölkerung auch ohne größere Probleme oder Konflikte auch gelungen.

In Mössingen ist diese „Willkommenskultur“ wie im gesamten Landkreis Tübingen gelebte Realität geworden. Dazu hat der enorme Einsatz der vielen Freiwilligen und die materielle und ideelle Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger gerade hier im Steinlachtal einen ganz entscheidenden Beitrag geleistet. So entstand neben den bereits laufenden Deutschkursen im „Alten Rathaus“ sowie der individuellen Betreuung durch einige Aktive ein Netzwerk von Hilfen und Angeboten, das sich ständig erweitert. Es konnte mit Hilfe der Stadtverwaltung und des Jugendhauses „M“ eine Fahrradwerkstatt eingerichtet werden.

Das „Café International“als Begegnungsstätte ist auf Anhieb eingeschlagen und ein ganz wertvoller Ort der Begegnung geworden.

Eine sehr ansprechende und interessante Webseite wurde von Pia Ziefle, Manuel Wolf und Dagmar von Tils ins Leben gerufen (www.asylkreis.moessingen.org).

Dazu haben sich viele neue Freiwillige für ein Engagement im Interesse der Flüchtlinge entschieden. Die Kirchengemeinden, die Schulen in Mössingen, die Spvgg. und der Skatclub „Frohe Runde“ haben die Flüchtlingsarbeit in diesem Jahr durch tolle Angebote und großzügige Spenden unterstützt.

All dies lässt uns auch positiv in die nahe Zukunft blicken, wenn eine größere Zahl neuer Flüchtlinge im kommenden Jahr zu uns kommen wird.

Dafür werden wir noch mehr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer brauchen.

Auch ein zeitlich begrenztes Engagement ist uns willkommen. Es gibt ein bereits gut funktionierendes Netzwerk von Hilfen, in das sich jeder ohne größeren Aufwand einbringen kann.

Der „Freundeskreis Asyl“ wünscht allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest und Zuversicht für das kommende Jahr.

(Michael Mautner)

Mössingen hilft! – Nummer 13

Ein wichtiges Anliegen des Freundeskreises Asyl ist die Hilfe zur Selbsthilfe für und durch Flüchtlinge. Je länger eine Flüchtlingsfamilie schon in Mössingen wohnt, desto besser findet sie sich verständlicherweise bei uns zurecht. Dabei spielt auch die Sicherheit, die erfahren wird, eine große Rolle: Der Alltag wird zunehmend geordneter, die Kinder gehen in Kindergarten oder Schule, der Deutschkurs wird regelmäßig besucht.

Die Sprachkenntnisse sind soweit fortgeschritten, dass einfache Verständigung mit Einheimischen möglich wird. Das wiederum führt zu mehr Selbstbewusstsein und Mut, sich am Alltagsleben zu beteiligen. Flüchtlinge nehmen z.B. das Angebot der Stadtbücherei an, insbesondere für die Kinder. Die eigenständige Erkundung der Umgebung mit dem Fahrrad wird gewagt. Ein Besuch im Hallenbad wird zu einem positiven Erlebnis. Hierbei wirken auch die schon länger hier lebenden Landsleute in äußerst positiver Weise mit. Die Alltagsbegleiter geben Tipps und unternehmen mit den Familien gemeinsame, kleinere Ausflüge.

Daneben nehmen natürlich auch die weiter bestehenden Sorgen und Ängste um die in der Heimat zurück gebliebenen Angehörigen und deren Schicksal einen großen Raum im Leben der Flüchtlinge ein. Auch die Wohnsituation in den Gemeinschaftsunterkünften ist oft ein belastendes Element. Hier versuchen die Alltagsbegleiter zu helfen und auch zur Entspannung beizutragen. Ein vertrauliches Gespräch zwischen beiden Parteien wirkt oft Wunder. Dadurch und durch die Hilfestellung bei der Entwicklung einer positiven Zukunftsperspektive wird der oft schwierige Alltag von Flüchtlingsfamilien erheblich erleichtert.

Auch schöne, gemeinsame Erlebnisse sind dabei sehr wichtig. Beim letzten „Café International“ in diesem Jahr, das mit Bedacht am 23. Dezember stattfinden wird, werden die zahlreichen Helferinnen und Helfer zusammen mit den Flüchtlingen ein besinnliches Weihnachtsfest feiern.

(Michael Mautner)

Mössingen hilft! – Nummer 12

Die gerade angebrochene Adventszeit lässt uns heute fragen, wie wir uns gegenüber den zahlreichen fremden Menschen hier bei uns verhalten können oder sollen. Wir sind sicherlich auch verunsichert und halten Distanz zu den Flüchtlingen.
Vielleicht wissen wir auch nicht recht, ob wir Wunden bei ihnen aufreißen, wenn wir sie z.B. etwas Persönliches fragen. Manche verstehen auch die anderen Umgangsformen nicht, die die Flüchtlinge mitbringen.
Diejenigen, die persönlichen Kontakt zu Flüchtlingen haben, können aber ohne Ausnahme von der großen Bereitschaft berichten, mit Einheimischen zusammenzukommen, zu sprechen und einander zuzuhören, manchmal auch ganz ohne Übersetzer übrigens.
Es gibt auch eine große Bereitschaft über die Herkunft, die Familie oder die Arbeit zu sprechen, sobald erst einmal eine erste persönliche Begegnung stattgefunden hat.
Einheimische sollten dabei nicht darauf warten, dass die Flüchtlinge die ersten Schritte dazu von sich aus unternehmen. Sie sind durch die Ereignisse in ihrem Herkunftsland und die Fluchtumstände mit all ihren Gefahren so verunsichert, dass es vor allem an uns liegt, solche Kontakte zu knüpfen.
Besonders da, wo Flüchtlingskinder mit einheimischen gemeinsam in Kindergarten oder Schule zusammen lernen, leben und spielen, besteht eine gute Gelegenheit, dass Eltern über diese Einrichtungen und über ihre Kinder miteinander in Kontakt treten. Liebe Mössingerinnen und Mössinger, als Eltern können Sie auch einmal daran denken, ein Kind aus Syrien oder dem Irak einfach zu sich nach Hause zum gemeinsamen Spielen mit den eigenen Kindern einzuladen. Oder nehmen Sie eine Flüchtlingsfamilie, die Sie bereits aus Kindergarten oder Schule kennen, auf einen Spaziergang, den Besuch des schönen Nikolausmarktes am Samstag oder einfach zum Spielplatz mit!

Das könnte auch ein herzlicher Beitrag zur Adventszeit sein.

Und nicht vergessen: Auch vor Weihnachten bitten wir um gebrauchte Fahrräder für die Flüchtlinge, große und kleine!

(Michael Mautner)