Mössingen hilft! – Nummer 81

Stadt Mössingen macht Ernst bei der Integration

Die Herausforderungen durch die erhebliche Zuwanderung nach Mössingen sind vielfältig. Neben den ca. 350 Flüchtlingen kommt noch eine größere Zahl von Menschen aus EU-Staaten und anderen Ländern in unsere Stadt. Daher war es notwendig und richtig, dass der FK Asyl Gemeinderäte und den Oberbürgermeister schon früh auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht hat, die Stelle eines Migrationsbeauftragten zu schaffen.

Integrationsbeauftragter stellt Bericht vor

Boris Kühn trug am Montag im Rathaus seinen umfangreichen Bericht über die Arbeit der letzten 24 Monate vor. Das kann in dem Zeitungsartikel vom Mittwoch im „Steinlach-Boten“ nachgelesen werden. Neben dem Problem des ausreichenden und bezahlbaren Wohnraumes für alle Neubürger*innen wird die Einrichtung zusätzlicher Betreuungsplätze für Vorschulkinder und die besondere Förderung von Kindern aus Migrationsfamilien in den Schulen eine besonders wichtige Rolle spielen. Dazu sollten muttersprachliche, in den Herkunftsländern pädagogisch erfahrene Kräfte mit eigenem Aufgabenprofil als wichtige Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter in den staatlichen Schulen und den städtischen Einrichtungen ein Beschäftigungsverhältnis erhalten.

Großer Anteil der Vereine

In anderen Staaten und anderen Städten ist das bereits der Fall. Für die Förderung einer nachhaltigen Teilhabe am Leben in unserer Stadt sind auch besondere Angebote bei der Jugendarbeit und durch Vereine nötig. Als positives Beispiel können die Sportvereine in Mössingen genannt werden. Sie sind offen für alle Neuankömmlinge, besonders für Kinder und Jugendliche. Der FK Asyl hofft, dass sich durch die Entwicklung eines „Integrationskonzepts“ durch die Stadt Mössingen das Zusammenleben von Ureinwohnern und Neubürgern kontinuierlich verbessern wird.

 

Michael Mautner

Mössingen hilft! – Nummer 75

Aktueller Artikel im STeinlach-BoteN

Der „Steinlach-Bote“ berichtete am Ostersamstag ausführlich über einen Fall häuslicher Gewalt in einer Familie aus Mössingen. Es ist für die Aktiven des FK Asyl völlig klar und unstrittig, dass jegliche Form häuslicher Gewalt, von wem auch immer sie gegen Frauen oder Kinder ausgeübt wird, strikt abgelehnt und nicht toleriert wird. Unsere Gesetze schützen Frauen und Minderjährige, und selbst wenn eine Ehefrau angibt, sich wieder „versöhnt“ zu haben, so bleibt häusliche Gewalt ein schwerwiegender Straftatbestand. Dieser wird mit den Mitteln des bei uns herrschenden Rechtsstaates aufgeklärt und zu einem Urteil geführt.

KonsequentE Reaktion des Rechtsstaats

Das ist im vorliegenden Fall beispielhaft geschehen. Das Urteil dient der Durchsetzung der bei uns geltenden Gesetze, sendet ein starkes, öffentliches Signal an alle Frauen aus, dass unsere Gesetze sie schützen, sie Hilfe erhalten und nicht wehrlos ihren Ehemännern oder anderen männlichen Angehörigen ausgeliefert sind. Es hat abschreckende Wirkung auf potenzielle Täter, denn es wird sich rasch herumsprechen. Der zeitnahe Prozess macht deutlich, dass jeder mit empfindlicher Strafe rechnen muss, der sich wegen häuslicher Gewalt schuldig gemacht hat. Das hat auch negativen Folgen für das Bleiberecht und das Finden eines Arbeitsplatzes. Es ist ein Beispiel dafür, dass unser Rechtsstaat gut funktioniert und keiner Verschärfungen bedarf.

Prävention durch den Freundeskreis Asyl

Bereits vor diesem schlimmen Vorfall haben Mitglieder des FK Asyl in unseren Sprachkursen, bei persönlichen Begegnungen mit Geflüchteten und durch das Verteilen von mehrsprachigem Aufklärungsmaterial des zuständigen Familienministeriums an verschiedenen Orten in Mössingen das Problem der häuslichen Gewalt direkt angesprochen und auf Hilfen hingwiesen. Dies alles zusammen wird eine nachhaltige Wirkung nicht nur in Mössingen entfalten. Es bleibt zu hoffen, dass derartig schlimme Fälle häuslicher Gewalt gegen Frauen (und Kinder) Einzelfälle bleiben und durch alle diese Maßnahmen sich weiter verringern werden, was für alle in unserer Gesellschaft lebenden Menschen gilt.

Michael Mautner

Rede im Namen der Geehrten anlässlich des Bürgerempfangs der Stadt Mössingen

Rede von Michael Mautner, gehalten am 23. März 2018, in der Aula des Quenstedt-Gymnasiums, anlässlich des Bürgerempfangs der Stadt Mössingen.

Möšssingen, BŸürgerempfang mit Verleihung der Ehrennadel.
V.l.: OB Michael Bulander, Erika Schneemann, Thomas Kittel, Christa MüŸller-Mautner, Michael Mautner, Giesela MŸüller, Tiblez Cuflom, Annegret Zschocke und Barbara Schott.
Aufnahme Klaus Franke: 23.03.2018

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Widmann-Mauz, verehrter Herr Bulander, verehrte Gemeinderäte, liebe Frau Schott, lieber Boris Kühn, liebe Gäste, Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie Angehörige, Freundinnen und Freunde der mit mir Geehrten.

Gerne hätte ich als Redner einer der Damen den Vortritt gelassen. Das hätte der größeren Zahl und auch der größeren Rolle der Frauen beim bürgerschaftlichen Engagement nicht nur hier vor Ort eher entsprochen. So hat es sich aber – auch im Konsens mit dem zweiten Quoten-Mann in unserer Runde – ergeben, dass ich nun hoffe, im Namen aller heute ausgezeichneten Mössingerinnen und Mössinger, zu Ihnen zu sprechen.

Rede im Namen der Geehrten anlässlich des Bürgerempfangs der Stadt Mössingen weiterlesen

Mössingen hilft! – Nummer 74

Mössingen hilft: Engagement

Unser Motto kann auch wörtlich genommen werden. Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, die das bürgerschaftliche Engagement für die hier lebenden Geflüchteten stets tatkräftig und ideell unterstützen. Einerseits durch Geld- oder Sachspenden andererseits durch deutlich ausgedrückten Zuspruch für unsere Bemühungen um Hilfen bei der Umstellung der gesamten Lebensumstände nach der Flucht.

Auch durch den guten Besuch der Benefizveranstaltung am 11. März in der Marienkirche samt dem entsprechenden Spendenaufkommen zeigen die Mössinger, dass sie unsere Arbeit nicht nur schätzen, sondern auch tatkräftig unterstützen. Die positive, öffentliche Resonanz unserer Arbeit wird auch durch sachliche und informative Berichte der lokalen Presse hervorgerufen. Und schließlich ist es die Stadt Mössingen selbst durch ihre Gemeinderäte und Herrn OB Bulander, die uns öffentlich ihre Wertschätzung zum Ausdruck bringt.

Mössingen hilft: weltoffener Wohnort
(C) Manuel Wolf

„Mössingen hilft“ auch in einem anderen Sinn, nämlich als ein weltoffener und lebendiger Wohnort, der vielen Neubürgerinnen und -bürgern zur Heimat geworden ist und sicherlich noch werden wird, was die Geflüchteten betrifft. Gerade die Vielfalt, die Buntheit seiner Bewohner, die vergleichsweise junge Einwohnerschaft, die große Anzahl von Vereinen, die zahlreichen Kindergärten und Schulen, das lebendige Kulturleben und nicht zuletzt die anmutige, zur Erholung und Entspannung wie geschaffene landschaftliche Umgebung verleihen unserem Slogan „Mössingen hilft!“ diesen zweiten Sinn.

Das schätzen wir als Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ganz besonders und schöpfen neue Kraft und tanken Energie beim Spaziergang durch die Streuobstwiesen oder Wanderungen auf den abwechslungsreichen, gut beschilderten Wanderwegen unserer Stadt.

 

Michael Mautner

Mössingen hilft! – Nummer 40

Wie wichtig die Arbeit der im Mütterzentrum aktiven Betreuerinnen für Kinder unter 3 Jahren ist (und darüberhinaus auch für einige, die noch keinen Kindergartenplatz haben), kann man daran ermessen, dass in den beiden Gruppen oft alle Plätze belegt sind.

Das ermöglicht besonders den Müttern, an den Alphabetisierungs- und Basiskursen Deutsch teilzunehmen. Diese wichtige Arbeit wird von freiwillig tätigen Frauen, zum Teil gegen eine geringe Aufwandsentschädigung, geleistet. Durch persönliche Umstände und andere Gründe herrscht hier eine gewisse Fluktuation. Der FK Asyl und das Müze sind froh und dankbar, dass dieses Angebot für Flüchtlingsfamilien bislang aufrecht erhalten werden konnte.

Für das neue Schuljahr werden nun wieder neue Betreuerinnen gesucht, die diese wichtige Arbeit für die Kinder und deren Familien weiter ausüben können. Der FK Asyl und das Müze bitten also alle Interessierten, sich beim Mütterzentrum zu melden. So können auch für das neue Schuljahr, dem die Basiskurse terminlich (Ferien) folgen, ausreichend Betreuungsmöglichkeiten für die unter dreijährigen Flüchtlingskinder angeboten werden.

Auch für die Basiskurse Deutsch werden weitere Tutoren ( Lehrende ) gesucht. Diese Kurse sind nicht nur ein Einstieg beim Erwerb deutscher Sprachkenntnisse. Sie sind auch für die Tutoren eine sinnvolle Tätigkeit, die unkomplizierte Begegnungen mit den bei uns lebenden Menschen aus den Fluchtgebieten ermöglichen. Mit dem Erlernen der neuen Sprache werden ja auch die bei uns herrschenden Regeln des Zusammenlebens, Sitten und Gebräuche erklärt sowie demokratische Werte vermittelt. Es ist also eine für beide Seiten sinnvolle und oft auch erhellende Tätigkeit.

(Michael Mautner)

Mössingen hilft! – Nummer 30

Der Alltag für die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger im Mehlgebäude bekommt nach und nach Gestalt und erhält erste, geregelte Abläufe. Damit werden auch kleine Schritte bei der Eingewöhnung an die neuen Lebensumstände möglich. Die meisten schulpflichtigen Kinder sind inzwischen eingeschult, etliche Kindergartenkinder konnten in Kindergärten in Mössingen aufgenommen werden.

Noch unbetreute Kindergartenkinder und Kleinkinder werden im Mütter- und Familienzentrum während der gleichzeitig stattfindenden Sprachkurse ehrenamtlich betreut. Es wird aber noch geraume Zeit dauern, bis in den städtischen und kirchlichen Kindergärten ausreichend Plätze für Flüchtlingskinder vorhanden sein werden. Das erschwert für viele Eltern, die eigentlich mit einem Integrationskurs in Tübingen anfangen könnten, dieses wichtige Angebot. Sie müssen sich also noch etwas gedulden und übergangsweise die vom Mütter- und Familienzentrum organisierten Deutsch-Basiskurse besuchen.

Inzwischen kann der FK Asyl Woche für Woche neue freiwillige Helferinnen und Helfer, in der Regel sehr lebenserfahrene Menschen, zu Betreuung der Familien im Mehlgebäude gewinnen. Dadurch entstehen wichtige Kontakte zwischen alten und neuen Mitbürgern. Neben den vielen und oft zeitraubenden Anträgen, Behördengängen und Arztbesuchen, zu denen jeweils auch Übersetzer benötigt werden, bildet der persönliche Kontakt die wichtigste Brücke zum Alltagsleben bei uns. Diese ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht hoch genug zu schätzen, und der FK Asyl kann sich über die große Bereitschaft zur Hilfe durch erfahrene Mössingerinnen und Mössinger glücklich schätzen. Neben der materiellen Hilfe durch Geld- und Sachspenden ist dieses Engagement für die in Mössingen aufgenommenen Flüchtlinge der wichtigste Garant für ein friedliches und gedeihliches Miteinander.

(Michael Mautner)

Mössingen hilft! – Nummer 15

In das vor uns liegende neue Jahr blicken wir mit Zuversicht und werden uns auch weiterhin für die Belange der Flüchtlinge einsetzen, damit ein gutes Zusammenleben in unserer Stadt gelingt. Dafür gibt es gute Gründe. Einige können hier genannt werden. Es konnten viele Intitiativen und Projekte auf den Weg gebracht werden. Der Landkreis und die Stadt Mössingen haben sich für die Flüchtlinge stark engagiert. Damit sind auf dem Weg zu einer Integration wichtige Rahmenbedingungen geschaffen worden.

Es gibt auch schon etliche Beispiele für gelingende Integration in Mössingen. Am leichtesten gelingt dies bei den Vorschulkindern und den Schulkindern aus Flüchtlingsfamilien. Der Besuch von Kindergarten und Schule bietet einen sicheren Rahmen im Gegensatz zu der oft als chaotisch erlebten neuen Situation der Familien in Deutschland bzw. in Mössingen.

Für die Eltern stehen das Erlernen der deutschen Sprache und die Orientierung im völlig anderen Alltag im Vordergrund. Einigen der hier schon seit 1 ½ Jahren oder länger bei uns lebenden Flüchtlingen ist nach dem Bezug einer eigenen Wohnung der Einstieg in den Beruf gelungen oder es wurde eine Berufsausbildung begonnen.

Unter den Flüchtlingen befinden sich seit kurzer Zeit auch Studentinnen und Studenten, die sich in besonderen Sprachkursen auf die Fortsetzung ihres Studiums bzw. die Aufnahme eines Studiums vorbereiten. Besondere Maßnahmen zur Eingliederung der bei uns lebenden Menschen mit Hochschulabschluss und Berufstätigkeit als Arzt, Apotheker oder Ingenieur bieten das Jobcenter bzw. die BfA an. Dabei bildet die Anerkennung von im Heimatland erworbenen Abschlüssen eine gewisse Hürde, weil dieses Problem noch nicht zufrieden stellend gelöst wurde.

Insgesamt aber kann und wird auch die Eingliederung in den Arbeitsmarkt in zunehmenden Maße gelingen, weil bei vielen erwachsenen Flüchtlingen auch der starke Wunsch danach besteht.

Der FK Asyl bittet weiterhin um aktive Unterstützung durch ehrenamtliches Engagement. Besonders junge Menschen sind uns dabei sehr willkommen, da die zu uns kommenden Flüchtlinge meist auch sehr jung sind. Auch ein geringer Zeitaufwand, z.B. um bei der Freizeitgestaltung mitzuwirken (Wandern, Laufen, Radfahren, Tanzen,etc.), ist schon eine große Hilfe.

(Michael Mautner)

Broschüre „Ankommen in… Mössingen“

Michael Mautner vom Freundeskreis Asyl hat eine Broschüre zusammengestellt, die den Neuankommenden in Mössingen einen guten Überblick gibt über die örtlichen Hilfsangebote. Sie ist gedacht als Begleitung bei den ersten Schritten in der neuen Stadt.

Die Broschüre liegt in Deutsch und Arabisch vor:

Broschuere_fuer_Fluechtlinge_Moessingen_v1 (Deutsch)

Broschuere_fuer_Fluechtlinge_Moessingen_v1_(arabisch)