Rede im Namen der Geehrten anlässlich des Bürgerempfangs der Stadt Mössingen

Rede von Michael Mautner, gehalten am 23. März 2018, in der Aula des Quenstedt-Gymnasiums, anlässlich des Bürgerempfangs der Stadt Mössingen.

Möšssingen, BŸürgerempfang mit Verleihung der Ehrennadel.
V.l.: OB Michael Bulander, Erika Schneemann, Thomas Kittel, Christa MüŸller-Mautner, Michael Mautner, Giesela MŸüller, Tiblez Cuflom, Annegret Zschocke und Barbara Schott.
Aufnahme Klaus Franke: 23.03.2018

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Widmann-Mauz, verehrter Herr Bulander, verehrte Gemeinderäte, liebe Frau Schott, lieber Boris Kühn, liebe Gäste, Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie Angehörige, Freundinnen und Freunde der mit mir Geehrten.

Gerne hätte ich als Redner einer der Damen den Vortritt gelassen. Das hätte der größeren Zahl und auch der größeren Rolle der Frauen beim bürgerschaftlichen Engagement nicht nur hier vor Ort eher entsprochen. So hat es sich aber – auch im Konsens mit dem zweiten Quoten-Mann in unserer Runde – ergeben, dass ich nun hoffe, im Namen aller heute ausgezeichneten Mössingerinnen und Mössinger, zu Ihnen zu sprechen.

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Kompetente Beratung im Umkreis

Beratung dringend empfohlen

Es kommen immer wieder Anfragen von Geflüchteten, aber auch Familienbegleiterinnen und -begleitern nach Arbeitsmöglichkeiten für Geflüchtete.

Es wird von uns dringend empfohlen, dass vor Beginn von Praktika/Beschäftigung kompetente Beratung erfolgen muss!

Im Einzelfall bitte vorher mit uns Kontakt aufnehmen, da fast immer individuelle Umstände zu berücksichtigen sind. Der FK Asyl kann hier mit eigenem Personal helfen.

Einrichtungen für kompetente Beratung

Das Asylzentrum Tübingen betreibt ein Beratungscafé „Coffee to stay“ im Gemeindehaus Sankt Johannes, Bachgasse in Tübingen.
Dort beraten immer montags von 17.30 – 19.30 Uhr freiwillig Engagierte, Jurastudierende, Hauptamtliche und Fachanwälte kostenfrei Flüchtlinge in den verschiedenen Bereichen des Asyl- und Ausländerrechts.
Ansprechpartnerin Angela Zaschka: a.zaschka@asylzentrum-tuebingen.de
Ansprechpartner Bernward Hecke:   bernward.hecke@drs.de

Eine weitere  gute Beratungsstelle für Ausbildungssuchende ist K.I.O.S.K, Poststraße 10, 72070 Tübingen, 07071/5671-202, kiosk@mbh-jugendhilfe.de
Nach telefonischer Absprache kann man sich dort kompetent beraten lassen. Es werden auch immer wieder gemeinsame Firmenbesichtigungen in der Umgebung organisiert und den Ausbildungssuchenden angeboten.

Beratung in Mössingen (auch in Bezug auf Ausbildung und Beruf) bietet das Asylzentrum Tübingen durch:
Ruben Malina, Donnerstag 13.00 – 15.00 Uhr, Kurze Hirschen 3 ( Sozialraum)

Hausaufgabenhilfe für Flüchtlingskinder

Einmal wöchentlich findet eine Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder und -Jugendliche im Cafe des Mütterzentrums in der Falltorstrasse 67 statt. Die Termine finden sie direkt auf der Startseite im linken Bereich. Ehrenamtliche und Schülermentoren unterstützen bei den Hausaufgaben und beim Deutsch lernen. Neue Teilnehmer und Helfer sind jederzeit herzlich willkommen!

Bei Interesse dürfen sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.

Mössingen hilft! – Nummer 69

positive Bilanz des Helfens

Am Samstag stellte der Leitartikel des „Schwäbischen Tagblatt“ die Arbeit des „Arbeitskreises Asyl Südstadt“ in Tübingen vor. Viele Aspekte der Hilfe entsprechen dem, was auch die aktiven Helferinnen und Helfer des FK Asyl Mössingen bei der Alltagsbegleitung Geflüchteter bewältigen und erfahren. Neben dem an dieser Stelle bereits geschilderten zeitlichen Aufwand und den damit verbundenen Belastungen gibt es viele positive Erlebnisse und Erfahrungen für die einheimischen Aktiven.

Kleine und große Erfolge

Wenn es z.B. gelingt, für eine Flüchtlingsfamilie mit Bleiberecht eine Wohnung bei einem privaten Eigentümer zu vermitteln, ist dies ein großer Erfolg. Der erfolgreiche Besuch eines Sprachkurses mit bestandener Prüfung wirkt entsprechend motivierend auf die Betreuerinnen oder Sprachtutoren. Wer Flüchtlingskinder nach „ihrem“ Kiga fragt, löst meistens glänzende Augen und ein fröhliches Gesicht bei ihnen aus. Äußerst positiv werden von Geflüchteten sowie den Aktiven des FK Asyl gemeinsame Feste und Veranstaltungen erlebt. Das Grillfest am Mittwoch im kath. Gemeindehaus im Rahmen des „Café International“ war eine solche gelungene Veranstaltung.

Aber auch die erfolgreiche Vermittlung einer Praktikumsstelle wirkt positiv. Besonders befriedigend und als Motivationsimpuls wirkt der positive Abschluss eines Asylverfahrens mit Aufenthaltsrecht. Auch die Vermittlung eines regulären Arbeitsplatzes und die damit verbundene zunehmende Selbstständigkeit und finanzielle Unabhängigkeit sind für alle positive Erfahrungen. Nicht zuletzt die Entwicklung persönlicher Beziehungen und der Aufbau von Vertrauen sind unverzichtbar für ein länger anhaltendes Engagement. Dankbarkeit und Gastfreundschaft erleben die Aktiven des FK Asyl ohnehin regelmäßig.

Lust auf Mitarbeit?

Der FK Asyl bittet um Mitarbeiter*innen für eine gute Betreuung der Geflüchteten. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Mütterzentrum. Jeder/jede bestimmt selbst über Art und Umfang des Engagements.

 

Michael Mautner

Mössingen hilft! – Nummer 67

Ehrenamt oder freiwillig engagiert?

Der Begriff der „ehrenamtlich“ tätigen Personen des FK Asyl ist irreführend. Treffender ist es, von freiwillig Engagierten zu sprechen, weil es wenig mit “Ehre“ oder „Amt“ zu tun hat, was diese Menschen leisten. Es handelt sich vielmehr um vielfältige, oft zeitraubende und manchmal auch frustrierende Arbeit für die Geflüchteten und mit den Geflüchteten. Hier einige konkrete Beispiele:

Besuch beim Kinderarzt

Für den Besuch beimKinderarzt macht eine Familienbegleiterin des FK Asyl h in Absprache mit der Sozialarbeiterin zunächst einen Termin aus. Dann muss sie den Eltern erklären, den richtigen Berechtigungsschein für die ärztliche Behandlung unbedingt mitzubringen. Außerdem ist die Einhaltung des Termins und Pünktlichkeit unbedingt erforderlich, weil man in Deutschland ohne pünktliches Erscheinen keine Behandlung erwarten kann. Es muss eine Übersetzerin organisiert werden. Das ist über die Caritas möglich oder über einen Pool des FK Asyl, sollte aber ca. eine Woche vor dem Arzttermin erfolgen, weil diese sehr stark gefragt sind. Ärzte, die selbst keinen direkten Zugang zu einem fachlich geschulten Übersetzer haben, führen ohne Übersetzer keine Behandlungen durch. Mütter von Kleinkindern erhalten ein Heft, das (Vorsorge-)Untersuchungen/ Impfungen dokumentiert: Hier muss viel erklärt werden, da dies in den Herkunftsländern unbekannt ist. Man sieht also: Allein ein Arztbesuch ist eine sehr aufwändige Arbeit!

Das Amt: Formulare, Anträge, Dokumente

Noch zeitaufwendiger ist der Umgang mit Ämtern. Jedes amtliche Schreiben muss genau erklärt werden, da die notwendigen Sprachkenntnisse auch nach dem Besuch von Sprachkursen dafür nicht ausreichen. Die Begleitung zu Ämtern, die vielen Anträge und das Ausfüllen von Formularen ist selbst für Einheimische äußerst kompliziert. Für den Antrag auf Verlängerung des Aufenthalts für anerkannte Flüchtlinge z.B, müssen unglaublich viele Formulare/Dokumente ausgefüllt oder beigebracht werden. Die Ämter sind aber auch häufig das größte Hindernis bei der Lösung praktischer Probleme: Ohne die Genehmigung oder Zustimmung einer Behörde, z.B. dem Auslandsamt, werden Anträge an andere Ämter, z.B. die Familienkasse, nicht bearbeitet.

Die Mühen der freiwilligen Helferinnen und Helfer

Alles dies ist extrem zeitaufwendig und erfordert auch sehr viel Geduld; von Warteschleifen bei Telefonaten mit Ämtern ganz zu schweigen. Also zusammengefasst: wenig „Ehre“, viel „Amt“ und glüchlicherweise noch viel mehr „freiwilliges Engagement“.

 

Michael Mautner

Mössingen hilft! – Nummer 57

Austausch mit Jugendlichen

Am vergangenen Samstag gab es zwei Veranstaltungen im katholischen Gemeindehaus, bei dem der FK Asyl beteiligt war. Zuerst fand der Firmtag mit katholischen Jugendlichen und ihren Betreuerinnen und Betreuern statt. Dort haben die jungen Menschen die Gelegenheit, sich im kleinen Kreis mit Vertretern verschiedener Hilfsorganisationen über deren Arbeit zu informieren und ins Gespräch zu kommen. Der FK Asyl war zum dritten Mal dazu eingeladen.

Drei Frauen aus Afghanistan und dem Iran sowie ein syrischer Flüchtling nahmen mit Michael Mautner vom FK Asyl an dieser Begegnung mit jeweils 8 jungen Menschen teil. Es entwickelte sich bei beiden Gesprächsrunden ein intensiver Austausch, bei dem die Geflüchteten freimütig über ihre Fluchtgründe und die lebensgefährlichen Fluchtwege berichteten. Fragen zur Wohnsituation und zu den Wünschen und Hoffnungen für die Zukunft wurden beantwortet.

Die jungen Menschen waren sichtlich beeindruckt von der persönlichen Begegnung und drückten ihren Respekt über die bereits guten Sprachkenntnisse und den Mut bei der Flucht gegenüber den geflüchteten Menschen aus.

Theater für einen guten Zweck

Am Abend wurde das Theaterstück „Bandscheibenvorfall“ von der Gruppe TackLack aus Tübingen aufgeführt, das mit großem Beifall des Publikums bedacht wurde. Da die Veranstaltung kostenlos war, wurde um Spenden gebeten. Der Erlös kommt dem FK Asyl für die Einrichtung eines Beratungsraums im Mütterzentrum mit Laptop, Drucker und anderem zugute. Der FK Asyl dankt dem Familienkreis der katholischen Kirchengemeinde herzlich für diese großzügige Unterstützung.

Gesucht: Mitarbeitende für Hausaufgabenbetreuung

Der FK Asyl bittet um Mithilfe bei der Betreuung der Schulkinder aus Flüchtlingsfamilien. Dazu findet freitags von 14.30 – 16.00 Uhr im Mütterzentrum eine individuelle Hausaufgabenbetreuung durch Mentoren statt. Wer Interesse und Zeit hat, wende sich bitte direkt an das Büro des Mütterzentrums.

Michael Mautner

Mössingen hilft! – Nummer 56

Große und kleine Erfolge als Mutmacher

Für alle in der Flüchtlingsarbeit engagierten Menschen sind Erfolge ausgesprochen wichtig. Sie ermutigen zur Fortsetzung des Einsatzes für Geflüchtete und der Bemühungen der Geflüchteten selber. Beispiele sind z.B. der erfolgreiche Besuch der Sprach- bzw. Integrationskurse, die Aufnahme in Kindergarten und Schule, der Abschluss des Asylverfahrens mit positivem Bescheid, der Bezug einer eigenen Wohnung und schließlich der Start in das Berufsleben.

Viel Arbeit nötig um arbeiten zu dürfen

Bevor ein Arbeitsplatz gefunden wird, ist es ein langer und beschwerlicher Weg für erwachsene Geflüchtete. Sprachkenntnisse mit einem offiziellen Abschluss werden von fast allen Arbeitgebern erwartet. Dann muss ein Praktikumsplatz in einem Betrieb gefunden werden.Hat man diese Hürden genommen, sind häufig mehr als 2 Jahre seit der Ankunft in Deutschland verstrichen. Bei allen Schritten auf diesem Weg in die Arbeitswelt müssen viele Anträge bei verschiedenen Ämtern gestellt, persönliche Gespräche geführt und Regeln erklärt werden.

Die damit befassten ehrenamtlichen Betreuer sind ständig mit Telefonaten, Beschaffung von Dokumenten, Terminvereinbarungen und anderen Aufgaben beschäftigt. Wenn dann am Ende von einem der hier lebenden Geflüchteten eine regelmäßige Arbeit aufgenommen werden kann, ist dies ein großer Erfolg und Mutmacher.

Beratung im Ehrenamt

Der FK Asyl ist froh darüber, dass er neben den Ämtern Beratung durch eigene Ehrenamtliche anbieten kann. Dies hat zur Vermittlung von Praktikumsstellen, Ausbildungsplätzen und Arbeitsplätzen geführt. Den Betrieben in Mössingen, die Geflüchtete beschäftigen, sind wir dankbar.

 

Michael Mautner

Mössingen hilft! – Nummer 54

Ängste und Hoffnungen im alten Jahr

Der umfangreiche Artikel im „Steinlach-Boten“ über den Alltag in der Gemeinschaftsunterkunft „Mehlgebäude“ vom Dienstag zeigt, dass viele anfänglichen Ängste und Befürchtungen der Einheimischen sich durch alltägliche Begegnungen in ein gedeihliches und friedfertiges Miteinander verwandelt haben. Dies ist zu großen Teilen den unmittelbar für die Unterkunft Verantwortlichen und ihrer Arbeit zu verdanken. Beigetragen zu dieser Entwicklung haben gewiss auch die zahlreichen Bewohner selbst und die vielen ehrenamtlich Aktiven des FK Asyl. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit und für die Geflüchteten – nicht nur im Mehlgebäude. Auch die unmittelbaren Nachbarn haben ein entspanntes – ja freundliches – Verhältnis zu den neu in Mössingen unterge-brachten Menschen entwickelt.

Ängste und Hoffnungen im neuen Jahr

Neben diesen sehr erfreulichen Aspekten darf aber nicht übersehen werden, dass viele Geflüchtete mit großer Sorge in die nahe Zukunft blicken. Werden sie ein Bleiberecht erhalten? Werden sich ihre Bemühungen, sich in unseren Alltag durch Schulbesuch, Spracherwerb und auch Arbeitsaufnahme einzuleben, langfristig gelohnt haben? Wird es für diejenigen mit Bleiberecht eine Anschlussunterkunft bei uns geben? Werden sie weiterhin den Schutz und den Frieden in unserer Stadt erleben dürfen?

Nachmittag der Mössinger Flüchtlingsarbeit

  • Überblick zu Asylverfahren, aktuellen Zuzugszahlen, Abläufen und Zuständigkeiten im Landkreis (Boris Kühn)
  • Vorstellung des bestehenden Engagements in Mössingen und Möglichkeiten zur Mitarbeit (Freundeskreis Asyl)
  • Darstellung des Aufgabenbereichs der hauptamtlichen Sozialarbeit und Abgrenzung zum Ehrenamt (Anna Kimmich, Sozialarbeiterin des LRA)
  • Die eigene Rolle als ehrenamtlich Engagierte/r: Möglichkeiten, Grenzen, Motivation & Reflexion (Referentin: Anke Bächtiger, Stadt Reutlingen)

Die Veranstaltung findet von 15:30 bis 19 Uhr im Katholischen Gemeindehaus in Mössingen statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bei Fragen und zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an den Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten der Stadt, Boris Kühn: b.kuehn@moessingen.de, Tel. 370-122. Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 7.9.2016

Das detaillierte Programm finden Sie in Kürze auf der städtischen Webseite: http://www.moessingen.de/de/Leben-in-Mössingen/integration/Flüchtlinge