Mössingen hilft! – Nummer 73

Die Angebote, Termine und Veranstaltungen des „Mütter- und Familienzentrums Mehrgenerationenhaus e.V.“  (kurz: „Müze“) richten sich auch an Geflüchtete. Sie richten sich insbesondere an Mütter bzw. Väter mit Kleinkindern bis zu 3 Jahren.

Kinderbetreuung, Second-Hand-Laden

So hat das „Müze“ eine kostenlose Kinderbetreuung (Montag bis Donnerstag jeweils 9 – 11 Uhr) eingerichtet, damit sie an den vom „Müze“ organisierten Sprachkursen teilnehmen können. Aber auch andere Angebote, wie die Nutzung des Second-Hand-Ladens, um günstig Kleidung oder Spielsachen für ihre Kinder zu erwerben, gibt es.

Praktikantenstellen, FSJ-Plätze, …

Hier können Geflüchtete auch als Praktikanten helfen. Das „Müze“ bietet aber auch andere Praktikumsstellen und FSJ-Plätze für Geflüchtete in Kooperation mit dem Integrationsbeauftragten, Boris Kühn, an. Einige Frauen haben dieses Angebot bereits wahrgenommen. Auch eine AGH-Stelle („Arbeitsgelegenheit“) in Kooperation mit der Arbeitsagentur konnte hier eingerichtet werden. Der Freundeskreis Asyl ist stolz darauf, dass das „Müze“ nicht nur Angebote bei der Betreuung und für Sprachkurse anbietet, sondern aktiv bei der Vorbe-reitung auf eine Berufstätigkeit ist.

Alphabetisierung & Sprachkurs

Die Alphabetisierungs- und Sprachkurse auf A 1/A 2- Niveau vor Ort in Mössingen, mit der Möglichkeit eines zertifizierten Abschlusses durch das „Müze“ mit Unterstützung durch das Landratsamt (LRA), sind ein „Alleinstellungsmerkmal“ der hiesigen Flüchtlingsarbeit. Der FK Asyl hofft und wünscht, zusammen mit den qualifizierten Sprachtutoren, dass das LRA dieses wohnortnahe Angebot weiterhin unterstützt, auch finanziell. Für die Sprachtutoren wäre die Weiterführung eine deutliche Wertschätzung ihrer unbezahlten Tätigkeit. Das LRA beteiligt sich bislang an den Kosten für die Organisation der Kurse durch Übernahme des Honorars für Büroarbeit und Beratung durch eine Fachkraft und –  in geringerem Umfang – an den Sachkosten.

Hausaufgabenhilfe und Büromitnutzung

Das „Müze“ organisiert auch jeden Freitagnachmittag im Haus die von etlichen Lernpaten getragene „Hausaufgabenhilfe“, die auch Nachhilfe für einzelne Kinder und Jugendliche einschließt. Von Geflüchteten und ihren Betreuer*innen kann auch die Infrastruktur des Büros mit PC, Drucker, Internetzugang für eigene Zwecke genutzt werden, z.B. für Recherchen und Bewerbungsschreiben.

Helfer gesucht

Für all diese Angebote werden freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht. Besonders Jugendliche sind herzlich willkommen! Bei Interesse nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Mössingen hilft! – Nummer 72

Wir suchen dringend Helferinnen und Helfer Der FK Asyl kann seine bislang recht erfolgreiche, freiwillige und ehrenamtliche Arbeit für ein gelingendes Zusammenleben von neu zu uns gelangten Menschen mit Einheimischen nur fortsetzen, wenn Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich überlegen, ob Sie auch einen Beitrag dazu leisten können und wollen.

Paten gesucht

So möchten wir insbesondere um „Paten“ für die Betreuung und Begleitung junger, alleinlebender Männer werben. Diese haben es besonders schwer, mit der Situation als Geflüchtete in einem fremden Land ohne Familie zurecht zu kommen. Der FK Asyl möchte insbesondere Helfer*innen dafür gewinnen, die beim Erwerb der sehr schwierigen deutschen Sprache helfen und bei anderen schulischen Anforderungen.

Ziel: Ausbildung und Beruf

Damit kann es gelingen, diese jungen Männer in Ausbildung und in eine Berufstätigkeit zu bringen. Dies ist ein für die Geflüchteten selbst äußerst wichtiges Ziel, weil sie für Sicherheit bei ihnen sorgen kann. Für uns ist es ebenfalls ein sinnvolles Ziel, weil sie die Voraussetzung zu einer selbstständigen Lebensführung schaffen kann und den von vielen Betrieben gewünschten Effekt hat, dringend benötigten ausgebildeten Nachwuchs zu rekrutieren.

Wie funktioniert’s?

Wenn Sie sich für ein derartiges Engagement entscheiden sollten, begleiten und beraten Sie Aktive des FK Asyl. Den persönlichen und zeitlichen Aufwand bestimmen Sie selbst. Helfen Sie mit, dass es zu einer sogenannten „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten in Mössingen kommen kann.

Kontakt können Sie über das Mütterzentrum (Müze) aufnehmen.

Hausaufgabenhilfe für Flüchtlingskinder

Einmal wöchentlich findet eine Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder und -Jugendliche im Cafe des Mütterzentrums in der Falltorstrasse 67 statt. Die Termine finden sie direkt auf der Startseite im linken Bereich. Ehrenamtliche und Schülermentoren unterstützen bei den Hausaufgaben und beim Deutsch lernen. Neue Teilnehmer und Helfer sind jederzeit herzlich willkommen!

Bei Interesse dürfen sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.

Mössingen hilft! – Nummer 67

Ehrenamt oder freiwillig engagiert?

Der Begriff der „ehrenamtlich“ tätigen Personen des FK Asyl ist irreführend. Treffender ist es, von freiwillig Engagierten zu sprechen, weil es wenig mit “Ehre“ oder „Amt“ zu tun hat, was diese Menschen leisten. Es handelt sich vielmehr um vielfältige, oft zeitraubende und manchmal auch frustrierende Arbeit für die Geflüchteten und mit den Geflüchteten. Hier einige konkrete Beispiele:

Besuch beim Kinderarzt

Für den Besuch beimKinderarzt macht eine Familienbegleiterin des FK Asyl h in Absprache mit der Sozialarbeiterin zunächst einen Termin aus. Dann muss sie den Eltern erklären, den richtigen Berechtigungsschein für die ärztliche Behandlung unbedingt mitzubringen. Außerdem ist die Einhaltung des Termins und Pünktlichkeit unbedingt erforderlich, weil man in Deutschland ohne pünktliches Erscheinen keine Behandlung erwarten kann. Es muss eine Übersetzerin organisiert werden. Das ist über die Caritas möglich oder über einen Pool des FK Asyl, sollte aber ca. eine Woche vor dem Arzttermin erfolgen, weil diese sehr stark gefragt sind. Ärzte, die selbst keinen direkten Zugang zu einem fachlich geschulten Übersetzer haben, führen ohne Übersetzer keine Behandlungen durch. Mütter von Kleinkindern erhalten ein Heft, das (Vorsorge-)Untersuchungen/ Impfungen dokumentiert: Hier muss viel erklärt werden, da dies in den Herkunftsländern unbekannt ist. Man sieht also: Allein ein Arztbesuch ist eine sehr aufwändige Arbeit!

Das Amt: Formulare, Anträge, Dokumente

Noch zeitaufwendiger ist der Umgang mit Ämtern. Jedes amtliche Schreiben muss genau erklärt werden, da die notwendigen Sprachkenntnisse auch nach dem Besuch von Sprachkursen dafür nicht ausreichen. Die Begleitung zu Ämtern, die vielen Anträge und das Ausfüllen von Formularen ist selbst für Einheimische äußerst kompliziert. Für den Antrag auf Verlängerung des Aufenthalts für anerkannte Flüchtlinge z.B, müssen unglaublich viele Formulare/Dokumente ausgefüllt oder beigebracht werden. Die Ämter sind aber auch häufig das größte Hindernis bei der Lösung praktischer Probleme: Ohne die Genehmigung oder Zustimmung einer Behörde, z.B. dem Auslandsamt, werden Anträge an andere Ämter, z.B. die Familienkasse, nicht bearbeitet.

Die Mühen der freiwilligen Helferinnen und Helfer

Alles dies ist extrem zeitaufwendig und erfordert auch sehr viel Geduld; von Warteschleifen bei Telefonaten mit Ämtern ganz zu schweigen. Also zusammengefasst: wenig „Ehre“, viel „Amt“ und glüchlicherweise noch viel mehr „freiwilliges Engagement“.

 

Michael Mautner

Familienpatenschaft

Eine Familienpatenschaft kann einer Flüchtlingsfamilie das Einleben am Anfang sehr erleichtern.

Begleitung bei Arztbesuchen, Hilfe beim Verstehen von „Amts-Deutsch“, Ausfüllen von Anträgen, Kontakt mit Rechtsanwälten, Schulen, Kindergärten, Behörden – soweit es nicht von der zuständigen Sozialarbeiterin bearbeitet werden kann.

Genauso wichtig: zusammen sein mit genug Zeit zum Sprechen (lernen) und/oder Spielen mit den Kindern. Das geht leichter, wenn es eine gemeinsame Sprache gibt. Wenn nicht, merken alle Beteiligten schnell, ob eine Verständigung und Begleitung möglich und sinnvoll ist.

Solch eine Begleitung braucht außer gutem Willen auch viel Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen, Offenheit, Toleranz und Flexibilität. Aber auch die Fähigkeit zur Abgrenzung, zum Umgang mit Unsicherheit und Enttäuschungen ist notwendig. Begleiten, nicht Betreuen, eher fragen und genau hin hören statt zu „wissen“, was für die Anderen gut ist. („wer will was von wem“?).

Absprachen über Zeiten und den zeitlichen Umfang können helfen, dass diese Begleitung zur Bereicherung für beide Seiten wird.

Wenn Sie sich für eine solche Begleitung interessieren und sich engagieren möchten, nehmen Sie über den Asylkreis Mössingen Kontakt auf zu Menschen, die schon Erfahrungen als „Paten“ gemacht haben. Sie helfen bei der Vermittlung und Kontaktaufnahme und wissen, wann und wo es Treffen gibt, um sich mit anderen Familienpaten auszutauschen.