Nachmittag der Mössinger Flüchtlingsarbeit

Am Freitag, 16.9., veranstaltet die Stadt Mössingen in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Asyl einen „Nachmittag der Mössinger Flüchtlingsarbeit“ –  für ehrenamtlich Engagierte und diejenigen, die es werden möchten. Folgende Inhalte stehen auf dem Programm:

  • Überblick zu Asylverfahren, aktuellen Zuzugszahlen, Abläufen und Zuständigkeiten im Landkreis (Boris Kühn)
  • Vorstellung des bestehenden Engagements in Mössingen und Möglichkeiten zur Mitarbeit (Freundeskreis Asyl)
  • Darstellung des Aufgabenbereichs der hauptamtlichen Sozialarbeit und Abgrenzung zum Ehrenamt (Anna Kimmich, Sozialarbeiterin des LRA)
  • Die eigene Rolle als ehrenamtlich Engagierte/r: Möglichkeiten, Grenzen, Motivation & Reflexion (Referentin: Anke Bächtiger, Stadt Reutlingen)

Die Veranstaltung findet von 15:30 bis 19 Uhr im Katholischen Gemeindehaus in Mössingen statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bei Fragen und zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an den Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten der Stadt, Boris Kühn: b.kuehn@moessingen.de, Tel. 370-122. Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 7.9.2016

Das detaillierte Programm finden Sie in Kürze auf der städtischen Webseite: http://www.moessingen.de/de/Leben-in-Mössingen/integration/Flüchtlinge

Mössingen hilft! – Nummer 42

Während sich alle Kinder, Jugendlichen und die meisten Erwachsenen in Mössingen auf die Sommerferien und den verdienten Urlaub freuen, sehen viele der bei uns lebenden geflüchteten Mitbürgerinnen und Mitbürger mit gemischten Gefühlen auf die kommenden Wochen.

Kindergärten und Schulen bleiben lange geschlossen. Die vom Müze angebotenen Sprachkurse können nur in verringertem Umfang  über die Ferien angeboten  werden. Auch die in Tübingen laufenden Integrationskurse finden meist nicht mehr statt. Sportveranstaltungen gibt es auch erst wieder nach den Ferien. Außerdem gehen auch viele der Familienbegleiter und -begleiterinnen auf Urlaubsreise oder müssen einmal eine Erholungspause machen.

Für die an den Wohnort gebundenen Flüchtlingsfamilien fehlen damit die sonst den Alltag bestimmenden gewohnten Abläufe.

Da ist es umso erfreulicher, dass es gelungen ist, etlichen Kindern die Teilnahme am Sommercamp  „Wirlewitz“  zu ermöglichen. Auch für das Ferienprogramm der Stadt konnten Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften angemeldet werden.

Die vom Müze organisierten Sprachkurse können an zwei Wochentagen in abgespeckter Form über die gesamten Ferien stattfinden. Das „Café International“ bietet auch in den Ferien Möglichkeiten der Begegnung zwischen Einheimischen und Neubürgerinnen und Neubürgern.

Einige Familienbegleiter und -begleiterinnen werden mit den von ihnen betreuten Familien oder kleineren Gruppen gemeinsame Unternehmungen (z.B. Ausflüge) starten.

Für die Zeit nach den Sommerferien suchen das Müze und der FK Asyl weiterhin Menschen, die bereit sind, bei der Betreuung der nicht in Kigas untergebrachten Kinder zu helfen.

Dringend sucht der FK Asyl auch Menschen aus Mössingen, die bereit sind, Familien zu begleiten. Dabei bestimmt jeder/jede über den zeitlichen Umfang des Engagements.

Der FK Asyl wünscht allen schöne und erholsame Ferien!

(Michael Mautner)

Mössingen hilft! – Nummer 40

Wie wichtig die Arbeit der im Mütterzentrum aktiven Betreuerinnen für Kinder unter 3 Jahren ist (und darüberhinaus auch für einige, die noch keinen Kindergartenplatz haben), kann man daran ermessen, dass in den beiden Gruppen oft alle Plätze belegt sind.

Das ermöglicht besonders den Müttern, an den Alphabetisierungs- und Basiskursen Deutsch teilzunehmen. Diese wichtige Arbeit wird von freiwillig tätigen Frauen, zum Teil gegen eine geringe Aufwandsentschädigung, geleistet. Durch persönliche Umstände und andere Gründe herrscht hier eine gewisse Fluktuation. Der FK Asyl und das Müze sind froh und dankbar, dass dieses Angebot für Flüchtlingsfamilien bislang aufrecht erhalten werden konnte.

Für das neue Schuljahr werden nun wieder neue Betreuerinnen gesucht, die diese wichtige Arbeit für die Kinder und deren Familien weiter ausüben können. Der FK Asyl und das Müze bitten also alle Interessierten, sich beim Mütterzentrum zu melden. So können auch für das neue Schuljahr, dem die Basiskurse terminlich (Ferien) folgen, ausreichend Betreuungsmöglichkeiten für die unter dreijährigen Flüchtlingskinder angeboten werden.

Auch für die Basiskurse Deutsch werden weitere Tutoren ( Lehrende ) gesucht. Diese Kurse sind nicht nur ein Einstieg beim Erwerb deutscher Sprachkenntnisse. Sie sind auch für die Tutoren eine sinnvolle Tätigkeit, die unkomplizierte Begegnungen mit den bei uns lebenden Menschen aus den Fluchtgebieten ermöglichen. Mit dem Erlernen der neuen Sprache werden ja auch die bei uns herrschenden Regeln des Zusammenlebens, Sitten und Gebräuche erklärt sowie demokratische Werte vermittelt. Es ist also eine für beide Seiten sinnvolle und oft auch erhellende Tätigkeit.

(Michael Mautner)

Bücher, nicht Boote

Der Berliner Verein „Flüchtlingspaten Syrien e.V.“ bekommt heute Unterstützung von der Gruppe „Autoren helfen“ – und zwar erhält jeder neue Pate, der sich HEUTE unter www.fluechtlingspaten-syrien.de registriert, für ein ganzes Jahr einmal im Monat ein signiertes Buch zugeschickt.

Über 100 Autoren und Autorinnen sind dabei, und wir alle wünschen uns viele viele neue Patinnen und Paten.

(Pia Ziefle, ich bin an der Aktion ebenfalls beteiligt)

Flüchtlingspaten Syrien e.V. ist einer der wenigen legalen Wege, Menschen aus Syrien nach Deutschland zu holen. Und zwar, indem der Verein Leute von hier findet, die sich verpflichten, für 5 Jahre für diejenigen aufzukommen, die hierher einreisen. Um diese Unabsehbarkeit aber abzufangen, gibt es einen Pool, in den das Patengeld fließt. Aus diesem Pool wird alles finanziert, so dass niemand mehr ein persönliches individuelles Risiko eingeht.

Mössingen hilft! – Nummer 30

Der Alltag für die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger im Mehlgebäude bekommt nach und nach Gestalt und erhält erste, geregelte Abläufe. Damit werden auch kleine Schritte bei der Eingewöhnung an die neuen Lebensumstände möglich. Die meisten schulpflichtigen Kinder sind inzwischen eingeschult, etliche Kindergartenkinder konnten in Kindergärten in Mössingen aufgenommen werden.

Noch unbetreute Kindergartenkinder und Kleinkinder werden im Mütter- und Familienzentrum während der gleichzeitig stattfindenden Sprachkurse ehrenamtlich betreut. Es wird aber noch geraume Zeit dauern, bis in den städtischen und kirchlichen Kindergärten ausreichend Plätze für Flüchtlingskinder vorhanden sein werden. Das erschwert für viele Eltern, die eigentlich mit einem Integrationskurs in Tübingen anfangen könnten, dieses wichtige Angebot. Sie müssen sich also noch etwas gedulden und übergangsweise die vom Mütter- und Familienzentrum organisierten Deutsch-Basiskurse besuchen.

Inzwischen kann der FK Asyl Woche für Woche neue freiwillige Helferinnen und Helfer, in der Regel sehr lebenserfahrene Menschen, zu Betreuung der Familien im Mehlgebäude gewinnen. Dadurch entstehen wichtige Kontakte zwischen alten und neuen Mitbürgern. Neben den vielen und oft zeitraubenden Anträgen, Behördengängen und Arztbesuchen, zu denen jeweils auch Übersetzer benötigt werden, bildet der persönliche Kontakt die wichtigste Brücke zum Alltagsleben bei uns. Diese ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht hoch genug zu schätzen, und der FK Asyl kann sich über die große Bereitschaft zur Hilfe durch erfahrene Mössingerinnen und Mössinger glücklich schätzen. Neben der materiellen Hilfe durch Geld- und Sachspenden ist dieses Engagement für die in Mössingen aufgenommenen Flüchtlinge der wichtigste Garant für ein friedliches und gedeihliches Miteinander.

(Michael Mautner)

Hinweis auf Vortrag „Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse“

Soeben erreicht uns der Hinweis auf diesen hochinteressanten Vortrag – hier die Ankündigung:

Unter den Menschen die als Asylsuchende/Geflüchtete nach Deutschland kommen, befinden sich viele Personen, die als qualifizierte Fachkräfte erfolgreich tätig sein können. Viele verfügen bereits über im Herkunftsland erworbene berufliche Qualifikationen bzw. akademische Abschlüsse oder über sonst gute Voraussetzungen, um auf dem qualifizierten Arbeitsmarkt langfristig Fuß zu fassen. Diese Personen sollten möglichst früh im Hinblick auf Ihre berufliche Integration, bei der Anerkennung mitgebrachter beruflicher Qualifikationen bzw. der Bewertung akademischer Abschlüsse und der weiteren beruflichen Qualifizierung beraten und unterstützt werden. Die berufliche Integration hat für Asylsuchende und Geflüchtete besondere Bedeutung. Sie benötigen im oft komplizierten und zeitaufwendigen Anerkennungsverfahren qualifizierte Beratung und Unterstützung. Es gilt, herauszufinden, wie vergleichbar die mitgebrachten Qualifikationen zu unseren Anforderungen in den verschiedenen Berufen sind. Oft kommt als zusätzliche Schwierigkeit hinzu, dass fluchtbedingt wichtige Unterlagen nicht vorgelegt werden können. Zudem gibt es häufig sehr starke Unterschiede im Ausbildungssystem, zumal wenn dieses kriegsbedingt nur eingeschränkt leistungsfähig war. In diesen Fällen muss auch über eine Alternative zum Anerkennungsverfahren nachgedacht werden.

Die Referentin: Anja Gessler von INVIA  [Anmerkung: auf der verlinkten Seite gibt es einen Flyer zum Thema, den man herunterladen kann] wird in ihrem Vortrag auf viele Fragen, die sich zu dem Thema stellen, Antworten geben. Zeit für konkrete Nachfragen ist ebenfalls vorhanden.

Ort und Zeit: Vortragsraum Tonnenhalle im Pausa-Quartier am 15. Juni 2016

von 19 Uhr – 21 Uhr

Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich

Mössingen hilft! – Nummer 33

Die freiwillig für die Flüchtlinge in Mössingen engagierten Menschen stellen immer wieder eine große Freude und Glück bei den Flüchtlingsfamilien fest. Der Einsatz für die neuen Mitbürger ist nicht immer einfach. Er wird häufig durch unsinnige bürokratische Vorschriften  erschwert. Doch gibt es auch immer wieder fröhliche und befriedigende Augen-blicke bei besonderen Unternehmungen.

So war es auch bei dem Besuch der letzten Vorstellung des Kinder- und Jugendzirkus „ZAMBAIONI“ in Tübingen am Samstag. Der FK Asyl hatte rechtzeitig über 30 Eintrittskarten dafür erworben. Die Erwartung unter den Familien war groß. Man merkte auch eine gewisse Anspannung, was ihnen geboten würde. Dann ging es mit dem Zug nach Tübingen-Derendingen. Gleich hinter dem Bahnhof gerieten das neue Zirkuszelt und die anderen Versorgungszelte auf der Wiese in Sicht. Etlichen  Kindern fuhren Jauchzer der Vorfreude aus dem Leib! Es gab eine lange Warteschlange vor dem Zelt.

Die Zirkuskapelle spielte bereits fröhlich-rhythmische Stücke, die für gute Stimmung sorgten.

Dann ging es endlich los. Ein phantsievolles Programm unter dem Motto „Schrottkompott“ wurde durch die Kinder und Jugendlichen des Zirkus geboten. Es gab immer wieder groteske Clownsnummern um das Thema Abfall, die die akrobatischen und virtuosen Vorführungen verband. Dazu die passende live-Musik der Kapelle und das meist junge und begeisterte Publikum schufen eine einzigartige und tolle Atmosphäre im prallvollen Zelt. Auch ohne Sprachkenntnisse konnten alle den Darbietungen mit Aufmerksamkeit und Spannung folgen. Es gab viele Höhepunkte. Ganz besonders beeindruckte aber der bestens funktionierende Teamgeist und die Freude an den Darbietungen, auch wenn gelegentlich etwas nicht ganz gelang.

Schon während der Pause glänzten die Augen der Besucher. Eltern wie Kinder waren begeis-tert von der Vorstellung. Auf der Rückfahrt bedankten sich alle bei ihren Begleitern Elisabeth und Rainer Bochtler sowie Christa Müller- Mautner und Michael Mautner vom FK Asyl. So war es für alle ein schöner Nachmittag. Solche Unternehmungen sind dank der großzügigen

Spenden der Mössinger möglich und bieten eine wichtige Abwechslung im schwierigen Alltag der Flüchtlingsfamilien.

Andreas Gammel in Idomeni

Die Süddeutsche Zeitung liest offenbar das Schwäbische Tagblatt* – denn hier ist ein Bericht über die Reise des Mössinger Arztes und Stadtrates Andreas Gammel nach Idomeni.

Unter dem Titel „Das kann man nicht aushalten, und es ist falsch, es auszuhalten“ spricht er darüberhinaus mit einem Team des NDR für die Sendung panorama über seine Erfahrungen vor Ort.

*leider befindet sich der Artikel im Tagblatt hinter der paywall und kann daher nicht verlinkt werden.

Mössingen hilft! – Nummer 32

Seit vergangener Woche ist das Mehlgebäude bis auf den letzten Platz voll belegt. Damit befinden sich ca. 130 Neubürger mitten in Mössingen. Die Organisation des Alltagslebens´hat für sie begonnen. Der FK Asyl vermittelt jede Woche Familienbegleiter  in die Familien.

Es werden aber noch weitere freiwillige Helferinnen und Helfer gebraucht!

Ein ganz besonderes Ereignis hat am Wochenende mit dem Stadtlauf stattgefunden. Dazu konnte der FK Asyl etliche Läufer aus Afghanistan, Syrien und dem Irak anmelden. Bereits die offizielle Registrierung am Freitag im Quenstedt-Gymnasium war ein außerordentliches Ereignis für die Läufer. Sie erhielten alle eine Startnummer, einen Anmeldeschein mit der Nummer für die folgende Tombola, ein Nudelgericht sowie Fruchtgummiprodukte von der Firma „Gummi-Reiff“.

Die etwas Sprechgewandteren kamen auch mit Einheimischen ins Gespräch. Es gab zum Teil wertvolle Tombola-Preise für die Läufer aus dem Mehlgebäude, z.B. den Einkaufsgutschein einer Apotheke über 20,- Euro, einen Gutschein für den Erwerb einer Sonnenbrille über 50,- Euro, sowie etliche Sachpreise. Die Stimmung am Freitagabend war ausgesprochen entspannt und fröhlich. Die Jugendlichen und jungen Männer genossen diese Veranstaltung sichtlich.

Dann ging es am Samstag bei den verschiedenen Rennen zur Sache. Zuvor hatte der sehr großzügig unterstützende Veranstalter – die LG Steinlach – die Läufer noch mit T-Shirts aus dem Vorjahr versorgt, was große Freude auslöste.

Die Läufer schlugen sich nicht nur wacker, sondern waren auch sportlich sehr erfolgreich:

Es gab einen 2. Platz über 5 Km für Ahmad ALSFAR, männliche Jugend U 18, einen 21.

Platz für Shadi ALCHTIWI und einen 24. Platz für Hakimi SOHAIL beim Kinder- und Jugendlauf über 2,5 Km.

Im Hauptlauf über 10 Km belegten die afghanischen Läufer in ihrer Altersklasse U20 die Plätze 3,4 und 5.  mit Amir M. KAKERI, Waisuddin OMARI und Rahmatullah HOSSAINI.

Bei den Männern belegte Matin SALEHI den 31. Platz.

Leider war davon in dem Zeitungsbericht am Montag kein Wort zu lesen. Der FK Asyl beglückwünscht die Läufer zu diesem Erfolg. Sport ist ein ganz wichtiger Baustein bei der Eingliederung der Neubürger in unserer Stadt. Er schafft ganz besondere Gelegenheitten der Begegnung und des Kennenlernens. Vielleicht kann die LG Steinlach einige der Läufer für sich gewinnen und Erfolge mit ihnen feiern?

(Michael Mautner)