Mössingen hilft! – Nummer 82

Landratsamt entfernt Banner

Anlässlich des Abhängens eines Banners an der Gemeinschaftsunterkunft „Mehlgebäude“ durch das Landratsamt, auf dem weder für ein Produkt, noch für eine politische Partei geworben wurde, sondern auf dem ein Abschiebestopp für afghanische Flüchtlinge gefordert wurde, sei auf folgendes hingewiesen:

Herkunft macht beim Freundeskreis Asyl keinen Unterschied

Die in der Flüchtlingsarbeit in Mössingen engagierten Menschen machen bei der Betreuung keinen Unterschied nach der Herkunft der hier untergebrachten Männer, Frauen und Kinder. Das betrifft sowohl die vom Mütterzentrum getragenen Sprachkurse einschließlich der Kleinkinderbetreuung, als auch die Beratung und Begleitung bei Alltagsproblemen und die Unterstützung während der Asylverfahren durch Andreas Linder von „move.on“ aus Tübingen und Martin Fink von „Fluchtpunkte“ aus Tübingen.

Viele betroffene sind engagiert

In Mössingen gibt es zahlreiche afghanische Flüchtlinge. Es handelt sich um Familien und Einzelpersonen, von denen viele von Aktiven des FK Asyl betreut werden. Durch deren Engagament haben etliche junge Menschen einen Ausbildungsplatz und andere einen Arbeitsplatz gefunden. Sie haben also bereits wesentliche Anstrengungen zur Teilhabe an unserer Gesellschaft geleistet, ganz abgesehen vom schwierigen Erlernen der deutschen Sprache. Durch politische Entscheidungen auf Bundesebene werden diese Menschen, die aus einem Land mit 40-jährigen kriegerischen, gewaltsamen Auseinandersetzungen stammen und keinesfalls aus einem „sicheren Herkunftsland“, als Flüchtlinge zweiter Klasse behandelt, die erst nach langen und aufwendigen Verfahren ein Bleiberecht erlangen können. Die jüngsten Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Sigmaringen zeigen dies deutlich.

Freundeskreis Asyl spricht sich gegen Ungleichbehandlung aus

Gegen diese Ungleichbehandlung haben sich viele der im FK Asyl tätigen Helferinnen und Helfer immer wieder öffentlich oder durch Schreiben an die politisch Verantwortlichen gewandt. Dass es sowohl ein Bleiberecht für afghanische Flüchtlinge geben muss und dieses Bleiberecht auch öffentlich von den Betroffenen gefordert werden kann, sollte auch von den politisch Verantwortlichen und den nachgeordneten Ämtern und Behörden akzeptiert werden. Es würde den Gerichten viel Arbeit ersparen und den Unternehmen, die Flüchtlinge ausbilden und beschäftigen, Rechtssicherheit verschaffen.

Michael Mautner