Mössingen hilft! – Nummer 62

Update zum Artikel, 28.03.2017: Nach unseren Erkenntnissen hat das Landratsamt Tübingen dem (unten erwähnten) jungen Mann eine Duldung für die Dauer seiner Ausbildung ausgesprochen.

Angst vor negativem Asylbescheid

Viele der in Mössingen untergebrachten jungen Männer aus Afghanistan leben in ständiger Angst davor, dass ihr Asylantrag negativ entschieden wird und als Folge eine Abschiebung droht. Dabei kann es zu höchst dramatischen persönlichen Reaktionen der Betroffenen kommen. Davon erfährt die Öffentlichkeit häufig nichts, und die Betreuer sind zu Verschwiegenheit verpflichtet.

Gut integriert – Trotzdem droht Abschiebung

Anders ist es im jüngsten Fall eines jungen, afghanischen Mannes. Im „Steinlachboten“ vom Dienstag kann man Einzelheiten erfahren. Für alle, die sich für den Geflüchteten einsetzen und für den Unternehmer, der mit viel Mühe einen Ausbildungsplatz für den jungen Mann einrichten konnte, droht nun im Falle der Abschiebung die Zerstörung mehrmonatiger Arbeit und Betreuungsleistung. Es ist unverständlich, dass einerseits ein Fachkräftemangel beklagt wird, aber dann ein in Berufsausbildung befindlicher junger Mann in einem „Mangelberuf“ mit seiner Abschiebung rechnen muss. Auch für die Arbeitskollegen ist das unverständlich. Für das Asylverfahren durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge spielt die Integrationsbemühung zwar keine Rolle. Bei der Prüfung der Gründe, eine Abschiebung nicht durchzuführen, muss dies aber berücksichtigt werden. Dafür ist das Bundesland zuständig.

Es gibt keine Sicherheit in Afghanistan

Der FK Asyl fordert das Land Baden-Württemberg auf, keine Abschiebungen nach Afghanistan durchzuführen. Andere Bundesländer haben derartige Abschiebungen wegen der Unsicherheit in Afghanistan ausgesetzt.

Michael Mautner

Link auf den Artikel im Tagblatt.

Mössingen hilft! – Nummer 61

Das „Café International“

Alle 14 Tage jeweils am Mittwoch von 16.00 – 18.30 Uhr lädt das „Café International“ Geflüchtete und Einheimische zu zwanglosen Begegnungen in freundlicher Atmosphäre ein. Der Saal im katholischen Gemeindehaus wird dazu von den Helferinnen und Helfern hergerichtet. Am Ausschank gibt es Kuchen und Gebäck. Tee und Kaffee oder einfach Wasser können sich die Gäste selbst abholen. Der große Saal füllt sich nach und nach; häufig kommen Familien mit ihrer jeweiligen deutschen Begleitung. Im Nebenraum gibt es Spiel- und Bastelangebote für Kinder. Eine Gruppe älterer Schülerinnen und Schüler hilft den Erwachsenen bei der Kinderbetreuung.

Ort der Begegnung

Während die Kinder beschäftigt sind, entwickeln sich im großen Saal lebhafte Gespräche. Neuigkeiten werden ausgetauscht. Informationen werden weitergegeben. Oft kommen Geflüchtete mit besonderen Anliegen zu Aktiven des FK Asyl, die sich um Lösung der Probleme kümmern. Es werden Termine vereinbart. Der Nachmittag dient aber auch zur ersten Kontaktaufnahme, aus denen oft dauerhafte Patenschaften entstehen. Den Geflüchteten können wichtige Adressen und professionelle Hilfen empfohlen oder vermittelt werden. Aber auch untereinander können die neu hier angekommenen Menschen miteinander Kontakt aufnehmen und sich über den Alltag in Mössingen austauschen: Wann hat der Tafelladen geöffnet? Wann kann mein Kind einen Kindergartenplatz bekommen? Wo gibt es Sprachkurse? Wo gibt es günstige Waren? Wer hilft bei Umzug und Wohnungseinrichtung?  Da es sich bei dem „Café International“ um ein Angebot zur offenen und unkomplizierten  Begegnung handelt, kann jeder dort vorbeischauen.

Gute Kooperation

Der FK Asyl freut sich über diese Einrichtung als ein gelungenes Beispiel für die Kooperation mit der katholischen Kirchengemeinde mit Unterstützung durch die evangelischen Kirchengemeinden.

Bei Interesse dürfen Sie gerne einen Blick auf die aktuellen Termine des Café International in unserem Kalender werfen.

Michael Mautner

Mössingen hilft! – Nummer 60

Sprache als Herausforderung

Man stelle sich vor, man müsste eine völlig neue Sprache in fremder Umgebung lernen, zum Beispiel Arabisch oder Persisch. Wortschatz, Grammatik und das Schriftbild haben mit den uns geläufigen Fremdsprachen sehr wenig gemein. Man kann sich die Mühe kaum vorstellen, die man aufwenden muss, bis ein alltagstaugliches Niveau erreicht ist. Für Geflüchtete gilt das in gleicher Weise für das Erlernen der deutschen Sprache. Dabei sind noch nicht die Lernhemmnisse wie beengte Wohnverhältnisse, belastende Erlebnisse und Erfahrungen und ungewisse Zukunftsaussichten genannt. Auch das Alter und die formelle Bildung – oder deren Fehlen – haben Einfluss auf den Lernerfolg.

Neuer Integrationskurs

So stellen die in Mössingen angebotenen Basis- und Alphabetisierungskurse für Erwachsene ein gutes und wichtiges Angebot als erste Schritte beim Erwerb deutscher Sprachkenntnisse dar. Umso erfreuter sind der FK Asyl und das MütterZentrum (MüZe) über den Beginn eines Integrationskurses in Mössingen am 20. März, dem ersten Modul mit offiziellem Test am Ende. Träger ist die VHS Tübingen.

Im Unterschied zu den vom MüZe organisierten Basiskursen ist der Integrationskurs zeitlich erheblich aufwändiger: von Montag bis Freitag von 8.30 – 12.00 Uhr im Jugendhaus M. Er wird auch von einer entsprechend qualifizierten Lehrkraft kostenpflichtig unterrichtet. Teilnehmen können Personen mit Bleiberecht oder mit Aussicht auf ein solches. Die Kosten tragen die jeweiligen Gewährsträger.

Hilfreiches Angebot für Eltern

Insbesondere für Eltern mit Kindern in Kindergarten oder Schule ist der Kurs ein Vorteil. Viele der Eltern konnten einen entsprechenden Kurs in Tübingen bislang nicht besuchen, weil sie das mit der Kinderbetreuung nicht vereinbaren konnten. Der FK Asyl wünscht diesem neuen Angebot einen guten Start und Erfolg!

Michael Mautner

Mössingen hilft! – Nummer 59

Belohnungsfest

Zahlreiche ehrenamtlich tätige Mitglieder des FK Asyl und Gäste waren am Freitagabend der Einladung zum „Belohnungsfest“ gefolgt. In der Lobby des katholischen Gemeindehauses konnten beim zwanglosen Gespräch ein Gläschen getrunken und alte oder neue Bekannte getroffen werden. Nach der Begrüßung der Gäste verzauberten zwei Schüler das Publikum mit ihren Kunststücken. Herr OB Bulander dankte in seinem Grußwort für das Engagement der ehrenamtlich Aktiven des FK Asyl und den Unterstützern aus Kirchengemeinden und anderen Organisationen. Das gemeinsame Abendessen trug zur angenehmen Stimmung bei. Vor dem Nachtisch konnten Kiwi und Knopf, zwei Clowns aus Tübingen, mit ihrer grotesken Darbietung über Ordnung, Sauberkeit und Pünktlichkeit und den Fallstricken der Bürokratie Heiterkeit und Beifall auslösen. Den Rest des Abends füllte das lebendige und entspannte Beisammensein.

Anerkennung und Dank

Diese Veranstaltung dient dazu, den in der Flüchtlingsarbeit ehrenamtlich aktiven Menschen in Mössingen und Unterstützerinnen und Unterstützern anderer Organisationen Dank und Anerkennung auszudrücken. Für die in den verschiedenen Arbeitsbereichen tätigen Personen ist auch die Erfahrung wichtig, dass sie Teil eines umfangreichen Netzwerks von Hilfen für Geflüchtete sind. Das macht Mut und gibt Kraft für das weitere Engagement.

Dank den Unterstützern

Der FK Asyl ist froh, dass dieses „Belohnungsfest“ gelungen ist und dankbar für die Unterstützung durch die Stadt Mössingen und für die Bereitstellung der Räumlichkeiten durch die katholische Kirchengemeinde.

Update: Integrationskurs in Mössingen

Am 06.03.2017 (Update:) 20.03.2017 startet erstmals in Mössingen ein Integrationskurs der VHS (Niveau A 1.1) für Geflüchtete.

Er findet an 25 Terminen von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 – 12.00 Uhr statt.

Bitte macht fleißig Werbung für dieses ortsnahe Kursangebot und gebt die Infos an Geflüchtete weiter!

Weitere Details gibt es bei den SprachkursleiterInnen im Alten Rathaus und der evangelisch-methodistischen Kirche sowie im Info-Flyer.

Link zur Veranstaltung im Kalender des Asylkreis Mössingen:

https://asylkreis.moessingen.org/event/neu-vhs-integrationskurs-in-moessingen