Mössingen hilft! – Nummer 58

vom Bleiberecht zu einer Bleibe

Bis vor einigen Monaten ist es gelungen, geflüchtete Familien mit Bleiberecht eine ansprechende Anschlussunterkunft – sprich Wohnung – zu vermitteln. Häufig waren private Vermieter und z. B. die „Kreisbau“ als gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft sowie die Stadt in der Lage und bereit, entsprechenden Familien eine Wohnung zu vermieten. Schon vor der Jahreswende deutete sich aber an, dass es für diese Personengruppe immer schwieriger wird, eine Anschlussunterkunft zu finden. Die Knappheit von entsprechendem Wohnraum hat dazu geführt, dass anders als im letzten Jahr diese Familien sehr lange in der Gemeinschaftsunterkunft, z.B. dem „Mehlgebäude“ oder in „Kurze Hirschen“ verbleiben müssen. Das wirkt sich einerseits auf die Integrationsbemühungen der betroffenen Familien aus, andererseits auch auf die Aktiven des FK Asyl, die viel Zeit und Energie bei der oft erfolglosen Wohnungssuche aufwenden. Häufig stellt sich Frustration bei Helfern und Betreuten ein.

Aufruf: Wohnungen gesucht

Der FK Asyl bittet alle Wohnungseigentümer, freie oder frei werdende Wohnungen für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen. Wohnraumgröße und Miete mit Nebenkosten müssen den Vorgaben des Jobcenters entsprechen. Dafür ist die Übernahme der Miete und Nebenkosten durch das Jobcenter gewährleistet. Es besteht also für Vermieter kein Risiko bei der Vermietung an Geflüchtete.

angespannter Wohnungsmarkt

Der FK Asyl hofft, dass die Stadt Mössingen ebenfalls mit Anschlussunterkünften hilft und zur generellen Entspannung auf dem Wohnungsmarkt einen Beitrag leistet. Der FK Asyl setzt sich für die in Mössingen lebenden, geflüchteten Menschen ein, versteht aber, dass auch andere Menschen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum haben.

Michael Mautner

Mössingen hilft! – Nummer 57

Austausch mit Jugendlichen

Am vergangenen Samstag gab es zwei Veranstaltungen im katholischen Gemeindehaus, bei dem der FK Asyl beteiligt war. Zuerst fand der Firmtag mit katholischen Jugendlichen und ihren Betreuerinnen und Betreuern statt. Dort haben die jungen Menschen die Gelegenheit, sich im kleinen Kreis mit Vertretern verschiedener Hilfsorganisationen über deren Arbeit zu informieren und ins Gespräch zu kommen. Der FK Asyl war zum dritten Mal dazu eingeladen.

Drei Frauen aus Afghanistan und dem Iran sowie ein syrischer Flüchtling nahmen mit Michael Mautner vom FK Asyl an dieser Begegnung mit jeweils 8 jungen Menschen teil. Es entwickelte sich bei beiden Gesprächsrunden ein intensiver Austausch, bei dem die Geflüchteten freimütig über ihre Fluchtgründe und die lebensgefährlichen Fluchtwege berichteten. Fragen zur Wohnsituation und zu den Wünschen und Hoffnungen für die Zukunft wurden beantwortet.

Die jungen Menschen waren sichtlich beeindruckt von der persönlichen Begegnung und drückten ihren Respekt über die bereits guten Sprachkenntnisse und den Mut bei der Flucht gegenüber den geflüchteten Menschen aus.

Theater für einen guten Zweck

Am Abend wurde das Theaterstück „Bandscheibenvorfall“ von der Gruppe TackLack aus Tübingen aufgeführt, das mit großem Beifall des Publikums bedacht wurde. Da die Veranstaltung kostenlos war, wurde um Spenden gebeten. Der Erlös kommt dem FK Asyl für die Einrichtung eines Beratungsraums im Mütterzentrum mit Laptop, Drucker und anderem zugute. Der FK Asyl dankt dem Familienkreis der katholischen Kirchengemeinde herzlich für diese großzügige Unterstützung.

Gesucht: Mitarbeitende für Hausaufgabenbetreuung

Der FK Asyl bittet um Mithilfe bei der Betreuung der Schulkinder aus Flüchtlingsfamilien. Dazu findet freitags von 14.30 – 16.00 Uhr im Mütterzentrum eine individuelle Hausaufgabenbetreuung durch Mentoren statt. Wer Interesse und Zeit hat, wende sich bitte direkt an das Büro des Mütterzentrums.

Michael Mautner

Keine Abschiebung von Schutzsuchenden nach Afghanistan!

Der Freundeskreis Asyl Mössingen fordert die Einstellung von Abschiebungen Geflüchteter nach Afghanistan.

Katastrophale Sicherheitslage

Aus Baden-Württemberg werden Schutzsuchende nach Afghanistan abgeschoben, auch wenn bislang davon afghanische Familien ausgenommen sind. Andere Bundesländer beteiligen sich jedoch überhaupt nicht an Abschiebungen nach Afghanistan. Wir sind mit allen Hilfsorganisationen für Flüchtlinge und dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR , Menschenrechtsorganisationen wie „amnesty international“ sowie den christlichen Kirchen aufgrund der katastrophalen Sicherheitslage in Afghanistan der Auffassung, dass Abschiebungen dorthin nicht hinnehmbar sind. Sie widersprechen nicht nur der Einschätzung internationaler Organisationen, sondern auch den humanitären Grundlagen unseres Staates. Ein Blick auf die Homepage des Auswärtigen Amtes genügt, um einen Eindruck von der veröffentlichten Einschätzung der Lage in Afghanistan zu gewinnen.

Es gibt keine sicheren Regionen

Abschiebungen nach Afghanistan sind unserer Auffassung nach inhuman, weil sie für die Abgeschobenen eine unkalkulierbare Gefährdung von Leib und Leben darstellen. Vielfach ist ihre Heimat zerstört oder durch bewaffnete Gruppen wie die Taliban oder den IS ihr Leben bedroht. Häufig sind die familiären Strukturen nicht mehr vorhanden, die in dem Land zum Überleben unabdingbar sind. Es gibt keine sicheren Regionen in Afghanistan!

Daher fordern wir den Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan.

 

Im Namen des Freundeskreises Asyl Mössingen

Der Sprecherrat

Renate Butt-Schmid, Claudia Lund, Michael Mautner

Freundeskreis Asyl beim Firmtag

Wie in den vorausgegangenen beiden Jahren war der Freundeskreis (FK) Asyl auch dieses Jahr wieder zu Gast beim Firmtag der katholischen Seelsorgeeinheit Steinlach-Wiesaz. Neben anderen Organisationen wurde der FK Asyl erneut in das Gemeindehaus eingeladen, um am Samstag mit den katholischen Jugendlichen über die Flüchtlingsarbeit zu sprechen.

Rede und Antwort

Es standen den jeweils 8 jungen Menschen in zwei längeren Gesprächsrunden drei Frauen aus Afghanistan und dem Iran und ein Syrer Rede und Antwort. Die Jugendlichen fragten nach den Fluchtursachen, den Fluchtwegen und den Erfahrungen bei uns. Sie zeigten sich sehr beeindruckt von den Schilderungen, insbesondere der lebensgefährlichen Schiffspassagen in der Ägäis und dem Mittelmeer.

Aber auch die Wohnsituation in Mössingen wurde dargestellt. Die Jugendlichen äußerten Respekt und waren vom Mut der Gelüchteten beeindruckt. Sie waren fasziniert von den Deutschkenntnissen und der Zuversicht der Gäste auf eine gute Zukunft in Mössingen.

Wichtig: Persönliche Begegnung

Derartige persönliche Begegnungen helfen, die Menschen einander näher zu bringen und Verständnis zu entwickeln. Sie sind ein wichtiger Beitrag für ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft und ein schönes Beipiel für die enge Kooperation zwischen der katholischen Kirchengemeinde und dem FK Asyl.

Michael Mautner

Nähprojekt findet regelmäßig statt

Nach dem erfolgreichen Start am 25.11. findet das Nähprojekt mittlerweile alle 2 Wochen am Mittwoch um 17:30 statt.

Nähinteressierte gesucht

Weil wir nicht nur sehr viele Stoffe sondern auch viele Nähmaschinen haben, freuen wir uns, wenn noch weitere Frauen und Männer – ganz egal ob alt, jung oder jugendliche – dazu kommen würden. Völlig unverbindlich.
Es geht sehr gemütlich zu, jede und jeder kann Tips bekommen, nicht nur bezüglich Nähen. Jede/r kann sich in der eigenen Sprache und auch in Deutsch verständlich machen. Manchmal gibt’s sogar Selbstgebackenes und Tee.

Weitere Infos

Bei Interesse einfach vorbeikommen im Alten Rathaus (Erdgeschoss rechts) oder Tel. 07473/1629 Annette Schneider
Die aktuellen Termine sind in unserem Kalender.

 

Mössingen hilft! – Nummer 56

Große und kleine Erfolge als Mutmacher

Für alle in der Flüchtlingsarbeit engagierten Menschen sind Erfolge ausgesprochen wichtig. Sie ermutigen zur Fortsetzung des Einsatzes für Geflüchtete und der Bemühungen der Geflüchteten selber. Beispiele sind z.B. der erfolgreiche Besuch der Sprach- bzw. Integrationskurse, die Aufnahme in Kindergarten und Schule, der Abschluss des Asylverfahrens mit positivem Bescheid, der Bezug einer eigenen Wohnung und schließlich der Start in das Berufsleben.

Viel Arbeit nötig um arbeiten zu dürfen

Bevor ein Arbeitsplatz gefunden wird, ist es ein langer und beschwerlicher Weg für erwachsene Geflüchtete. Sprachkenntnisse mit einem offiziellen Abschluss werden von fast allen Arbeitgebern erwartet. Dann muss ein Praktikumsplatz in einem Betrieb gefunden werden.Hat man diese Hürden genommen, sind häufig mehr als 2 Jahre seit der Ankunft in Deutschland verstrichen. Bei allen Schritten auf diesem Weg in die Arbeitswelt müssen viele Anträge bei verschiedenen Ämtern gestellt, persönliche Gespräche geführt und Regeln erklärt werden.

Die damit befassten ehrenamtlichen Betreuer sind ständig mit Telefonaten, Beschaffung von Dokumenten, Terminvereinbarungen und anderen Aufgaben beschäftigt. Wenn dann am Ende von einem der hier lebenden Geflüchteten eine regelmäßige Arbeit aufgenommen werden kann, ist dies ein großer Erfolg und Mutmacher.

Beratung im Ehrenamt

Der FK Asyl ist froh darüber, dass er neben den Ämtern Beratung durch eigene Ehrenamtliche anbieten kann. Dies hat zur Vermittlung von Praktikumsstellen, Ausbildungsplätzen und Arbeitsplätzen geführt. Den Betrieben in Mössingen, die Geflüchtete beschäftigen, sind wir dankbar.

 

Michael Mautner