Mössingen hilft! – Nummer 50

Wohnraum = Lebensraum?

Wer regelmäßig Geflüchtete in den Gemeinschaftsunterkünften besucht und ihnen den Alltag bewältigen hilft, ist immer wieder erstaunt, in welch beengten Wohnverhältnissen die Geflüchteten über Monate, manchmal Jahre, leben müssen.

Die Asylverfahren dauern zur Zeit durchschnittlich ca. 6 Monate vom Zeitpunkt der Antragstellung bis zur endgültigen Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ( BAMF). Von den seit März im Mehlgebäude lebenden Menschen konnten bislang noch nicht einmal alle einen Asylantrag beim BAMF stellen. Viele Familien leben mit 4-5 Personen, manche mit Neugeborenen, in einem Raum. Bislang gilt eine Größe von 4,5 m² Wohnfläche pro Person, nicht eingerechnet die Gemeinschaftsräume wie Küche und Sanitärräume.

Der FK Asyl erwartet, dass ab Januar 2017 die ursprünglich vorgesehene Wohnfläche von 7 m² pro Person die Regel bei der Belegung sein wird, damit sich zumindest vorübergehend die Situation für die Geflüchteten etwas entspannt. Bei der Berücksichtigung des besonderen Schutzbedürfnisses für Neugeborene und ihre Mütter/Väter erwartet der FK Asyl, dass das Landratsamt von der Härtefallregel, die das Gesetz vorsieht, Gebrauch macht und diesen besonders Schutzbedürftigen eigene Wohnungen zuweist.

Der FK Asyl ruft alle potenziellen Vermieterinnen und Vermieter auf, Wohnungen für anerkannte Geflüchtete zur Verfügung zu stellen. Sie können diese auch der Stadt Mössingen melden. Die Mieten sowie Nebenkosten werden für solche Anschlussunterkünfte vom Jobcenter übernommen.