Schwimmen lernen

„Mit Kindern schwimmen“ lautet das Motto für eine weitere Initiative des FK Asyl mit dem DRLG.
Mario Schütz vom FK Asyl organisiert den Schwimmkurs für im Augenblick 4  Flüchtlingskinder im Schulalter zusammen mit Frau Clemens vom DLRG.
Bitte wenden Sie sich an uns, wenn Sie ein Kind kennen, das von diesem Angebot profitieren kann.

Mössingen hilft! – Nummer 14

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende entgegen. Für alle Mössingerinnen und Mössinger, und auch für die aktiven Freiwilligen vom „Freundeskreis Asyl“ war es ein Jahr mit großen und tief reichenden Veränderungen.

Die rasant ansteigende Zahl von Flüchtlingen ist spätestens seit dem Sommer das Thema in unserer Gesellschaft. Seit der klaren, humanitären Entscheidung von Bundeskanzlerin Merkel, eine absehbare, menschliche Katastrophe in der EU abzuwenden und den vielen Flüchtlingen die Einreise in unser Land zu ermöglichen, bemühen sich staatliche Behörden und Tausende von Freiwilligen, den Flüchtlingen die notwendige Hilfe zu bieten. Bislang ist das im Großen und Ganzen dank der Hilfsbereitschaft und dem Verständnis für die existenziellen Nöte der Flüchtenden in unserer Bevölkerung auch ohne größere Probleme oder Konflikte auch gelungen.

In Mössingen ist diese „Willkommenskultur“ wie im gesamten Landkreis Tübingen gelebte Realität geworden. Dazu hat der enorme Einsatz der vielen Freiwilligen und die materielle und ideelle Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger gerade hier im Steinlachtal einen ganz entscheidenden Beitrag geleistet. So entstand neben den bereits laufenden Deutschkursen im „Alten Rathaus“ sowie der individuellen Betreuung durch einige Aktive ein Netzwerk von Hilfen und Angeboten, das sich ständig erweitert. Es konnte mit Hilfe der Stadtverwaltung und des Jugendhauses „M“ eine Fahrradwerkstatt eingerichtet werden.

Das „Café International“als Begegnungsstätte ist auf Anhieb eingeschlagen und ein ganz wertvoller Ort der Begegnung geworden.

Eine sehr ansprechende und interessante Webseite wurde von Pia Ziefle, Manuel Wolf und Dagmar von Tils ins Leben gerufen (www.asylkreis.moessingen.org).

Dazu haben sich viele neue Freiwillige für ein Engagement im Interesse der Flüchtlinge entschieden. Die Kirchengemeinden, die Schulen in Mössingen, die Spvgg. und der Skatclub „Frohe Runde“ haben die Flüchtlingsarbeit in diesem Jahr durch tolle Angebote und großzügige Spenden unterstützt.

All dies lässt uns auch positiv in die nahe Zukunft blicken, wenn eine größere Zahl neuer Flüchtlinge im kommenden Jahr zu uns kommen wird.

Dafür werden wir noch mehr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer brauchen.

Auch ein zeitlich begrenztes Engagement ist uns willkommen. Es gibt ein bereits gut funktionierendes Netzwerk von Hilfen, in das sich jeder ohne größeren Aufwand einbringen kann.

Der „Freundeskreis Asyl“ wünscht allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest und Zuversicht für das kommende Jahr.

(Michael Mautner)

Firmen gesucht!

Wir suchen laufend Arbeitgeber, die Praktika oder freie Arbeitsplätze für Geflüchtete anbieten können.

Bitte wenden Sie sich an das Jobcenter oder direkt an uns, wenn Sie ein Angebot haben. Wir begleiten Ihren neuen Mitarbeiter oder Ihre neue Mitarbeiterin im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne in der ersten Zeit, so dass Sie immer jemanden haben, den Sie ansprechen können.

Hier finden Sie eine sehr gute Übersicht, welche Tätigkeiten Sie anbieten dürfen.

Das Bundesagentur für Arbeit hat zu diesem Thema eine Broschüre herausgegeben:

Broschüre der Arge für Arbeitgeber

Alles Arabisch?

Auch wenn viele Neuankömmlinge rasch in Sprachkurse vermittelt werden können, so ist es doch hilfreich, Grundinformationen in verschiedenen Sprachen bereit zu halten.

Deswegen hat der Freundeskreis Asyl damit begonnen, wichtige Informationen auf Arabisch zu verteilen, beispielsweise die Öffnungszeiten des Müze – Cafés, des Secondhand-Ladens, und die Broschüre mit wirklich allen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern für die ersten Wochen in der Stadt. Es gibt sogar eine Benutzordnung der Stadtbücherei in arabischer Sprache, übrigens gibt es in der Bücherei kostenloses W-LAN.

Als nächstes ist die Anschaffung eines Laptops mit arabischer Tastatur
für „unsere“ ortsansässigen Dolmetscher auf dem Weg.
Das ist nur möglich durch die zahlreichen Spenden, die uns erreichen, und für die wir uns immer und immer wieder bedanken bei Ihnen.

One World in Sports

Den nachfolgenden Beitrag dürfen wir verwenden mit freundlicher Genehmigung vom Lauftreff der LG Steinlach – herzlichen Dank!

 

One World in Sports – Bewegung und Begegnung im Sport bei der LG Steinlach

Am vergangenen Samstag (5. Dezember) fand mit Mohamed Hassiko der erste der aktuell in Mössingen lebenden Flüchtlinge den Weg zum Lauftreff der LG Steinlach und dem Mitmachangebot beim Laufen und Walken.

lauftreff

Begrüßung von Mohamed Hassiko durch Lauftreffleiter Marcus Strohmaier. Herzlich Willkommen und auf viele gemeinsame Kilometer!

Mohamed, ein 22-jähriger junger Mann, flüchtete mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg in Syrien und kam im Juli nach Mössingen. Mit Sportbekleidungsstücken ausgerüstet, welche teilweise aus der LG Steinlach-Sammelaktion stammen, kam Mohamed am Samstag in Begleitung von Mario Schütz vom Freundeskreis Asyl, der ihn und seine Familie ehrenamtlich begleitet und betreut und auch selbst Läufer ist, zu einem ersten Schnuppertraining zum Lauftreff. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung durch Lauftreffleiter Marcus Strohmaier ging es auf eine erste, noch kurze Runde durch den Firstwald.

Wie Mohamed erzählte, war er in seiner Heimat auch bereits sportlich aktiv. Er lief dort ebenfalls und spielte Fußball, so dass ihn die kurze Runde von rund 7 Kilometern und 45 Minuten nicht wirklich groß aus der Puste bringen konnte, sondern er leichtfüßig und mit Begeisterung durch den Wald joggte. Es bereitete ihm sichtlich Freude und er versprach, weiterhin zu kommen, um mitzutrainieren – wer weiß, vielleicht sehen wir ihn nächstes Jahr am 30. April beim 13. Mössinger Kärcher-Stadtlauf auf der Strecke. Mohamed hat jedenfalls Potential und wäre sicherlich eine Bereicherung für die Wettkampfläufer der LG.

lauftreffnikolaus

Elias Al Aswad (1. Reihe ganz rechts) im Kreis des großen LG Steinlach Laufteams beim Tübinger Nikolauslauf am 6. Dezember

Wie erfolgreich Sport die Integration unterstützen kann, zeigt das Beispiel von Elias Al Aswad aus Hechingen Der syrische Bürgerkriegsflüchtling kam durch Zufall in Kontakt zur Hechinger Läufergruppe der LG Steinlach, als man sich beim Lauf auf den Hohenzollern begegnete. Aus der Frage, ob er ein Foto von der Gruppe machen könne, wurde auf Anhieb mehr. Sport verbindet. Elias Al Aswad nimmt seither am Training teil, fährt mit zu Wettkämpfen und ist in das Laufteam der LG Steinlach voll integriert. Auch Deutsch-Unterricht erfährt er aus dem Kreis der LG Steinlach. In diesem Herbst konnte Elias Al-Aswad eine Ausbildung zum Altenpfleger beginnen. Dieses Musterbeispiel kann Schule machen.

 

 

 

Alphabetisierung

Es gibt Menschen, die nie lesen und schreiben gelernt haben, die also nie in der Lage waren, einem bestimmtem graphischen Zeichen einen Laut zuzuordnen.  Das sind vor allem kulturell benachteiligt Gruppen wie die Roma in den Balkanländern, sehr arme Schichten im asiatischen Raum, dann auch Frauen, denen unter  fundamentalistischen Regimen der Schulbesuch verwehrt wurde. Man nennt sie Analphabeten. Diese erhalten in Mössingen eine spezielle Schulung. Sie bilden die kleinste Gruppe unter den Lernenden, etwa 5 bis sieben sind es zur Zeit.

Sie haben einen eigenen Raum und werden  Montags bis Donnerstag von 9 bis 11 Uhr unterrichtet. Das Lehrteam, „Alpha“ besteht aus fünf Ehrenamtlichen. In der Arbeit muss man praktisch bei Null anfangen, und da die Lernfähigkeit bei den Lernenden sehr unterschiedlich ist, muss selbst in dieser kleinen Gruppe immer wieder differenziert gearbeitet werden.

Das „Alphateam“ trifft sich in unregelmäßigen Abständen zur gegenseitigen Abstimmung und Weiterbildung.

Deutsche Medien in arabischer Sprache

Einige Medien werden inzwischen in arabischer Sprache angeboten:

www.n-tv.de/Marhaba- MARHABA – ANKOMMEN IN DEUTSCHLAND

5 – 7 minütige Videos über wichtige Themen, präsentiert von Constantin Schreiber, mit vielen arabischen Interviewpartnern.

Teil   1: „So ticken die Deutschen“

Teil   2: „Scharia und Grundgesetz“

Teil   3: „Frauen in Deutschland“

Teil   4: „Bosbach anwortet Flüchtlingen“ – Ein Politiker

Teil   5: „Liebe und Sex in Deutschland“

Teil   6: „Religion“

Teil   7: „Essen und Trinken“

Teil   8: „Was Ankommen in Deutschland wirklich bedeutet“ – Interview mit Marah und ihrer Mutter, beide aus Syrien

Teil   9: „Auswirkungen des Terrors in Paris“

Teil 10: „Fremdenfeindlichkeit“

 

weitere Angebote:

www.dw.com – Nachrichten und Informationen in arabischer Sprache und in anderen Sprachen

www.ard.de/home/ard/guide-for-refugees – Informationen und Nachrichten des unabhängigen, ersten deutschen Fernsehsenders in arabischer Sprache

www.swr.de/international/refugees – Informationen des unabhängigen dritten Fernsehsenders in Stuttgart/ Baden-Württemberg in arabischer Sprache

Mössingen hilft! – Nummer 13

Ein wichtiges Anliegen des Freundeskreises Asyl ist die Hilfe zur Selbsthilfe für und durch Flüchtlinge. Je länger eine Flüchtlingsfamilie schon in Mössingen wohnt, desto besser findet sie sich verständlicherweise bei uns zurecht. Dabei spielt auch die Sicherheit, die erfahren wird, eine große Rolle: Der Alltag wird zunehmend geordneter, die Kinder gehen in Kindergarten oder Schule, der Deutschkurs wird regelmäßig besucht.

Die Sprachkenntnisse sind soweit fortgeschritten, dass einfache Verständigung mit Einheimischen möglich wird. Das wiederum führt zu mehr Selbstbewusstsein und Mut, sich am Alltagsleben zu beteiligen. Flüchtlinge nehmen z.B. das Angebot der Stadtbücherei an, insbesondere für die Kinder. Die eigenständige Erkundung der Umgebung mit dem Fahrrad wird gewagt. Ein Besuch im Hallenbad wird zu einem positiven Erlebnis. Hierbei wirken auch die schon länger hier lebenden Landsleute in äußerst positiver Weise mit. Die Alltagsbegleiter geben Tipps und unternehmen mit den Familien gemeinsame, kleinere Ausflüge.

Daneben nehmen natürlich auch die weiter bestehenden Sorgen und Ängste um die in der Heimat zurück gebliebenen Angehörigen und deren Schicksal einen großen Raum im Leben der Flüchtlinge ein. Auch die Wohnsituation in den Gemeinschaftsunterkünften ist oft ein belastendes Element. Hier versuchen die Alltagsbegleiter zu helfen und auch zur Entspannung beizutragen. Ein vertrauliches Gespräch zwischen beiden Parteien wirkt oft Wunder. Dadurch und durch die Hilfestellung bei der Entwicklung einer positiven Zukunftsperspektive wird der oft schwierige Alltag von Flüchtlingsfamilien erheblich erleichtert.

Auch schöne, gemeinsame Erlebnisse sind dabei sehr wichtig. Beim letzten „Café International“ in diesem Jahr, das mit Bedacht am 23. Dezember stattfinden wird, werden die zahlreichen Helferinnen und Helfer zusammen mit den Flüchtlingen ein besinnliches Weihnachtsfest feiern.

(Michael Mautner)